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Walsroder Zeitung vom 04.09.13

„Jeder muss wissen, dass noch nichts entschieden ist“

WZ-Interview mit dem CDU-Bundestagskandidaten Reinhard Grindel

WZ: Sie sind seit Wochen im Dauereinsatz. Lässt sich das Tempo auf der Zielgeraden überhaupt noch steigern?
Reinhard Grindel: Die letzten drei Wochen sind stets die entscheidenden bei einem Wahlkampf. Darum teile ich mir meine Kraft so ein, dass mir auf der Zielgeraden nicht die Puste ausgeht. Aber ich bin eigentlich immer im Wahlkreis viel unterwegs, darum nehme ich die Wahlkampfzeit auch nicht als so große Zusatzbelastung wahr.

Wie halten Sie sich fit und wie viel Zeit bleibt noch fürs Privatleben?
Ab und zu bleiben kleine Zeitinseln, in denen lasse ich die Seele baumeln, schaue mir Fußballspiele in der Region an. Aber es gibt auch Termine, die nicht so fordernd sind, so dass man daraus Kraft schöpfen kann. Und natürlich versuche ich, Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Dazu gehört dann auch das Fußballspielen mit meinem Sohn Gustav. Dabei relativiert sich viel, was man sonst für bedeutend hält.

Die CDU befindet sich in Umfragen seit langem auf der Siegerstraße. Dient das der Motivation der eigenen Partei und Sympathisanten oder ist es auch hinderlich, weil die Sicherheit zu groß ist?
CDU-Wähler gehen zur Wahl. Insofern mache ich mir wegen der Wahlbeteiligung keine Sorgen. Vielen Menschen in unserem Land geht es gut. Ihre Lebenssituation verbinden Sie mit Angela Merkel. Diejenigen, denen es nicht so gut geht, glauben nicht, dass es ihnen unter einer rot-grünen Regierung besser gehen würde. So kommen Ergebnisse in Meinungsumfragen zustande. Aber Umfragen sind Momentaufnahmen, weil viele Menschen sich noch nicht intensiv mit der Wahl befasst haben. Von daher muss jeder wissen, dass noch nichts entschieden ist.

Die Zahl der Unentschlossenen ist groß. Was können Sie tun, um Sie zu überzeugen?
Wir werden gegen Ende des Wahlkampfes mit allen Wahlhelfern vor Ort noch stärker das direkte Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern suchen. Wir werden jedem klar machen, was für den Einzelnen bei dieser Wahl für sein eigenes Leben auf dem Spiel steht. Wir werden deutlich machen: Diese Wahl hat mit Dir, lieber Bürger, selbst etwas zu tun. Es geht um die Frage, ob wir auf dem jetzigen Kurs bleiben oder mit Steuererhöhungen und neuen Schulden in so schweres Fahrwasser geraten, wie man es in Frankreich nach dem Wahlsieg der Sozialisten beobachten kann.

Den Parteien ist vorgeworfen worden, ihre Wahlprogramme seien zu lang, zu unverständlich. Machen Sie überhaupt noch einen Sinn oder sind es nur Arbeitsnachweise der jeweiligen Generalsekretäre?
Meine Erfahrung ist, dass die Bürger sich die Passagen in den Wahlprogrammen ansehen, die für sie aus beruflichen oder persönlichen Gründen von besonderem Interesse sind. Wenn man in einem Wahlprogramm ganze Politikbereich wie Gesundheitspolitik oder Energiewende auslassen würde, käme sofort der Vorwurf, man habe als Partei keine Aussage zum Thema gemacht. Richtig ist aber die Feststellung, dass die Personen in einem Wahlkampf immer wichtiger werden. Deshalb haben wir einen Riesenvorteil: Angela Merkel und das CDU-Programm passen gut zusammen. Dagegen haben Peer Steinbrück und das SPD-Wahlprogramm nicht sehr viel miteinander zu tun. Das ist der wahre Grund, warum Peer Steinbrück als Kanzlerkandidat nicht funktioniert.

Auch der Zahl der bekennenden Nichtwähler steigt zunehmend. Fürchten Sie, dass das in Zukunft einen Wahlausgang eher zufällig und stimmungsabhängig werden lässt?
Es geht nicht nur um Nichtwähler, sondern überhaupt um die große Zahl unentschlossener Wechselwähler. Früher hatten Parteien 70 bis 80 Prozent Stammwähler. Der Wahlkampf zielte nur auf eine kleine Gruppe Unentschlossener. Heute sind Stammwähler deutlich in der Minderheit. Deshalb können plötzliche Ereignisse wie die Katastrophe in Fukushima zu fundamentalen politischen Veränderungen führen. Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg haben das bewiesen. Darum gilt es, bis zum letzten Tag ganz besonders auch um die unentschlossenen Wählerinnen und Wähler zu kämpfen.

Sie haben durch sehr schnelles Reagieren bei den Themen Y-Trasse und Schießlärm vom Truppenübungsplatz gepunktet. Können diese Themen mit örtlicher Wirkung die Wahl im Wahlkreis eher beeinflussen oder sogar entscheiden als eine hohe Frequenz an Parteiprominenz vor Ort?
Ich hoffe, dass die Bürger ein bisschen beobachtet haben, wer über vier Jahre für den Wahlkreis in Berlin etwas bewegt hat. Ich hätte die Themen Y-Trasse, Fracking und Schießlärm auch angepackt, wenn keine Wahl gewesen wäre. Was mich freut ist, dass mir gerade das Thema Y-Trasse auch Wohlwollen aus dem Lager der Grünenwähler eingebracht hat. Und was die Präsenz von Bundesprominenz angeht, wird dadurch für die Bürger eine Möglichkeit geschaffen, prominente Leute vor Ort live zu erleben, die man sonst nur aus den Nachrichten kennt. Generell sind solche Auftritte positiv im Wahlkampf, Mehrheiten lassen sich dadurch aber nicht bewegen.

Sie und Lars Klingbeil werden mit großer Sicherheit aufgrund ihrer guten Listenplätze wieder dem neuen Bundestag angehören. Wie groß wäre Ihre Enttäuschung, wenn Ihnen das nicht auf direktem Weg mit dem Gewinn des Bundestagswahlkreises gelingen würde?
Wenn man so intensiv kämpft wie ich und die ganzen vier Jahre eine Wahlkreisarbeit gemacht hat, die sich sehen lassen kann, wäre es schon eine Enttäuschung, nicht wieder direkt gewählt zu werden. Ich bin aber zurzeit ganz optimistisch. Was ich so an Stimmungen wahrnehme, kann es wieder klappen.

Wie beurteilen Sie Ihr Verhältnis zu Lars Klingbeil? Glauben Sie, dass Sie mal dicke Freunde werden?
Sachlich und korrekt ist unser Verhältnis. Da er in der ersten Wahlperiode im Bundestag ist, wo wir uns als Vertreter von Regierung und Opposition gegenüber sitzen, ist das Verhältnis anders als zu Kollegen, mit denen man in der Zeit der großen Koalition gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet hat. Was eine mögliche Freundschaft angeht. Der Fußball könnte uns zusammenbringen. Ich finde gut an Lars Klingbeil, dass er sich als treuer Bayernfan intensiv für Fußball interessiert. Durch meine Ämter im Fußballverband muss ich mich aus Neutralitätsgründen natürlich zurückhalten. Wenn es um das Thema Freundschaft geht, dann würde sich das vermutlich auf einen gemeinsamen Besuch von ihm und mir im Fußballstadion reduzieren.

Ihr Wahlplakat sieht sehr konservativ aus. Sind Sie damit zufrieden?
Das Plakat stellt mich in einer Arbeitssituation mit einem Laptop dar. Von daher ist es authentisch. Die Werbeagentur hat uns Kandidaten erklärt, dass sei das Modernste an Wahlplakaten, was es gibt. Ich finde es farblich etwas blass, aber als ich beim letzten Wahlkampf ein Kopfplakat hatte, haben mir viel gesagt, dass ich nicht so dick bin, wie ich auf den Plakaten aussehe. Ich habe zwei Großplakate, deren Motive ich selbst gestaltet habe. Die finde ich gut.

Die Niedersachsenwahl hat gezeigt, dass der Stimmenanteil der FDP ausschlaggebend sein kann. In Niedersachsen ging das für die CDU böse aus. Können Sie sich von diesem Gedanken frei machen?
Die FDP wird mit Sicherheit dem nächsten Bundestag angehören. Anders als in Niedersachsen sind auf Bundesebene verschiedenste Koalitionen denkbar. Es gibt keine Lagerbildung. Insofern kämpfen wir um jede Erst- und Zweitstimme für die CDU. Ich bin ganz sicher, dass jeder potenzielle CDU-Wähler anders als bei der Niedersachsenwahl am 22. September auch CDU wählen wird. Wenn wir bei der Wahl eine Mehrheit mit der FDP bekommen, wird die jetzige Koalition fortgesetzt. In Niedersachsen war eine große Koalition undenkbar. Auf Bundesebene ist sie nicht auszuschließen, auch wenn sie keiner gerne möchte.

Ist es nicht fragwürdig, wenn eine Partei wie die FDP, die knapp über der Fünf-Prozenthürde liegt, die Wahl entscheiden kann?
Politische Parteien müssen tragfähige Mehrheiten finden. Es ist schon immer so gewesen, dass neben der FDP auch die CSU darauf hingewiesen hat, dass es ohne sie keine Mehrheit für eine Koalition gibt. Das müssen große Parteien akzeptieren, dass kleine Parteien eine relative Stärke haben. Die Leute müssen dieses Mal aber auch wissen, wenn sich Sigmar Gabriel nach dem Wahltag in der SPD durchsetzt, entscheiden möglicherweise die Linken, wer Deutschland nach dem 22.September regiert.

Sie steuern jetzt die vierte Wahlperiode im Bundestag an. Meldet man da nicht auch mal Anspruch auf ein höheres politisches Amt an?
Ich kandidiere im Oktober dieses Jahr für das Amt des DFB-Schatzmeisters. Das ist ein Ehrenamt. Ich werde aber natürlich auch bei einer erfolgreichen Wahl mein Bundestagsmandat in vollem Umfang im Wahlkreis und in Berlin wahrnehmen. Aber dieses neue Amt verträgt sich nicht mit einer Aufgabe in der neuen Bundesregierung. Und außerdem gibt es so viele qualifizierte niedersächsische Bundespolitiker, die schon im Amt sind und damit berechtigte Ansprüche auf solche Ämter haben, dass ich nicht weiß, ob für mich eine zusätzliche Verantwortung überhaupt in Frage kommen würde. Am wichtigsten ist für mich immer die Wahlkreisarbeit gewesen, und dabei bleibt es.


Reinhard Grindel (CDU): Wir haben einen Riesenvorteil: Angela Merkel und das CDU-Programm passen gut zusammen. Dagegen haben Peer Steinbrück und das SPD-Wahlprogramm nicht sehr viel miteinander zu tun.

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