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Walsroder Zeitung vom 22.04.15

Y-Trasse liegt plötzlich wieder vorne

Überraschung nach Kosten-Nutzen-Analyse: Die Bahnverbindung durch den Südkreis erzielt die besten Werte

von JENS REINBOLD

Walsrode. Im Dialogforum Schiene Nord soll die beste Lösung für eine Bahntrasse gefunden werden, über die der Hafenhinterlandverkehr abgewickelt werden kann. Alle Beteiligten aus Bürgerinitiativen, Verbänden, Kommunen, Behörden und von der Bahn ringen dort um einen Konsens. Doch wenn am Freitag die nächste Zusammenkunft in Celle ansteht, dürfte es kontrovers zugehen. Grund ist die Kosten-Nutzen-Analyse, die im Auftrag des Bundeswirtschaftsministerium erstellt worden ist und die so manchen Beobachter überrascht: Nach den Beurteilungen des beauftragten Büros ist die seit mehreren Jahrzehnten geplante Y-Trasse die beste Lösung. Sämtliche zehn anderen Varianten beziehungsweise Untervarianten schneiden schlechter ab.
„Das war so nicht zu erwarten“, sagt Jürgen Hambrock von der Bürgerinitiative Bürger für Umwelt (BfU), die sich vor 17 Jahren gegründet hat, um die Trasse durch Stellichte, Walsrode, Benzen und Buchholz zu verhindern. Hambrock ist überrascht, vor allem aber sieht er seine Befürchtungen bestätigt. „Die Zahlen in der Analyse sind überhaupt nicht nachvollziehbar“, sagt der Walsroder Ratsherr, der sich nicht nur über vermeintlich geringe Baukosten in Höhe von 1,6 Milliarden Euro für das Y wundert. „Da gab es zwischenzeitlich Untersuchungen, die von deutlich höheren Kosten ausgegangen sind“, sagt Hambrock.
Das sieht der CDU-Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel ganz ähnlich: „Die in den Datenmaterialien angegebenen Kosten weichen massiv von bisherigen Angaben der Deutschen Bahn AG ab“, meint Grindel, der die Einschätzung, das klassische Y sei die beste Alternative, für abwegig hält. Doch nicht nur die womöglich schöngerechneten Kosten sehen Grindel und Hambrock skeptisch. Es geht auch um andere Parameter. Denn den größten Nutzen sieht die Studie bei Entlastungen im Personenverkehr. „Beides ist nun wirklich Unsinn. Die Kosten für die klassische Y-Trasse liegen bei mindestens drei Milliarden Euro. Es geht jetzt um eine Entlastung beim Schienengüterverkehr. Der Personenverkehr hat keine Bedeutung“, sagt Grindel, der folgert: „Die vorgelegte Studie wird ohnehin zu mehr Verwirrung beitragen als zu nötiger Klarstellung.“
In der Tat findet sich in der Kosten-Nutzen-Analyse ein extrem hoher Nutzwert für das Y, weil die eigentlich längst aus dem Fokus gerückte Personenbeförderung wieder eine wichtige Rolle spielt – dabei geht es um Zeitgewinn für ICE-Reisende. „Im Rahmen der Bedarfsplanüberprüfung sind Fahrzeitverkürzungen zwischen Hamburg und Hannover von 17 Minuten und zwischen Bremen und Hannover von sechs Minuten geschätzt worden“, heißt es in dem Bericht. Und weiter: „Aufgrund der Haltepolitik der im Untersuchungsraum verkehrenden Personenfernverkehrszüge ist zu erwarten, dass die 24 ICE-Zugpaare, die täglich zwischen Hamburg-Altona und München, Zürich und Stuttgart verkehren, nach einem Ausbau in Richtung Hannover über die Y-Trasse fahren werden. Dazu kommen die acht ICE-Zugpaare, die täglich zwischen Bremen und München verkehren.“
Dass die Kosten-Nutzen-Analyse nicht alleine ausschlaggebend für eine mögliche Entscheidung sein soll, fordert der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil. „Die Ergebnisse der Studie werden am Freitag im Dialog-Forum zur Y-Trasse sehr genau diskutiert werden. Das ist der Ort, an dem jetzt die Einordnung und Bewertung erfolgen muss“, sagt Klingbeil, der dafür wirbt, weitere Kriterien für eine Bewertung heranzuziehen. „Es geht auch um Akzeptanz, Naturschutz und viele weitere Dinge“, so der Munsteraner.
Für Walsrodes Bürgermeisterin Helma Spöring scheinen vor allem die Kostenschätzungen rund um die alte Y-Trasse wenig realistisch. „Das glaubt doch kein Mensch“, sagt Spöring, die sich diese Zahlen am Freitag in Celle gerne erklären lassen will. „Ich bin gespannt auf Freitag“, sagt die Bürgermeisterin.
Dann könnte es zum ersten Zwist im von der Landespolitik viel gepriesenen Dialogforum Schiene Nord kommen. Jürgen Hambrock, der „nur “ als Zuschauer in Celle dabei ist, kündigt bereits an, dass die Y-Trassen-Gegner im Forum einen Boykott der Fachvorträge am Nachmittag in Erwägung ziehen. „Bestimmte Regeln sind nicht eingehalten worden“, sagt der Ebbinger, „die Kosten-Nutzen-Analyse sollte 14 Tage vor dem nächsten Treffen vorliegen, nun sind es gerade einmal vier Tage. “ Zudem erhalten die Bürgerinitiativen nicht wie gefordert einen Gutachter zur Seite gestellt, „der uns die Zahlen plausibel machen kann“, wie es Hambrock formuliert.
Für Klingbeil und Grindel rückt unterdessen die Neubaustrecke von Ashausen nach Unterlüß in den Fokus, die ähnlich gut bewertet wird wie das Y. „Das ist eine sehr ernsthafte Alternative. Auch ein Ausbau bestehender Strecken ist aber längst nicht vom Tisch“, sagt Klingbeil. Für Grindel „ist das schlechte Abschneiden des Ausbaus der bestehenden Trassen kaum nachvollziehbar. Schließlich stellen sich dabei Entlastungswirkungen viel schneller ein als bei einem Neubau, die sich erst nach einer völligen Fertigstellung ergeben“, erklärt der Christdemokrat.


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