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Heidekurier vom 05.08.15

Grindel zum Thema Wolf

Informationsaustausch mit mehreren Gesprächspartnern in Trauen

TRAUEN (mwi). Bisher hatte sich Reinhard Grindel zur Wolfsproblematik nicht öffentlich geäußert, lief doch die politische Diskussion im wesentlichen auf Landesebene. Am vergangenen Donnerstag allerdings besuchte der hiesige CDU-Bundestagsabgeordnete Munster und kam dabei in der Ortschaft Trauen mit verschiedenen Gesprächspartnern zu einem Meinungs- und Informationsaustausch zu diesem Thema zusammen. Im Anschluß betonte Grindel, es sei jetzt an der Zeit zu handeln und das Thema auf die Bundesebene zu bringen. Dies allein schon deshalb, weil der Wolf mittlerweile in acht Bundesländern unterwegs sei.

Neben Grindel war auch der hiesige CDU-Landtagsabgeordnete Lutz Winkelmann dabei, der sich bereits mehrfach und detailliert zur Situation geäußert hat. Dabei geht es zwar auch um Probleme, die Nutztierhalter betreffen, vor allem aber steht das atypische Verhalten einzelner Wölfe im Mittelpunkt, die sich in der Vergangenheit Menschen bis auf kürzester Distanz genähert haben.
Über die verschiedenen Aspekte ließ sich Grindel von seinen Gesprächspartnern informieren. So resümierte Wolfsberater Jörg-Rüdiger Tilk, er könne auf diesen Sektor keine Entscheidungen treffen, stehe interessierten aber für Auskünfte zur Verfügung. Die Resonanz, die er bisher zur Rückkehr des Wolfes bekommen habe, decke die gesamte Bandbreite ab - von uneingeschränkter Zustimmung bis hin zu kategorischer Ablehnung.
Wie Teile der Bevölkerung auf Isgrims Präsens reagieren, verdeutlichte Tierarzt Dr. Lothar Brauer mit leichtem Sarkasmus: „Breloh ist jetzt schaffrei. Bisher ist noch nichts passiert, und es ist auch noch kein Hund von einem Wolf gebissen worden.“ Und Trauens Ortsvorsteher Jürgen Kirsch: „Viele Hundehalter meiden auf ihren Spaziergängen inzwischen ihre alten Routen.“
Daß mittlerweile aber auch in Wohnsiedlungen die Angst umgehe, unterstrich Stefan Martin aus Bispingen: „Dort in der Nöllestraße hat ein Wolf schon vor einem Kindertrampolin gestanden. Wie andere Eltern auch lasse ich meine Kinder nicht mehr allein im Wald spielen. Wir fragen, wie wir unsere Kinder allgemein und auch auf dem Weg zur Schule schützen sollen.“ Es werde gegen diesen Wolf viel zu wenig unternommen, „denn wir befürchten, daß er sich dort etabliert. Der Wolf ist politisch gewollt - wir sind die Leidtragenden.“ Auch Hermann Lüders als Nutztierhalter sang nicht das Hohelied auf den Wolf. Da er EU-rechtlich unter Schutz stehe, sollten sich die Verantwortlichen schon jetzt Gedanken über die jagdliche Regulierung des Wolfes machen, bevor die stets angeführte Höchstzahl von 1.000 Tieren erreicht sei.
Dies hatte Winkelmann in der Vergangenheit schon mehrfach gefordert und meinte auch diesmal: „Ich stimme Herrn Lüders zu, daß hier vorausschauend geplant werden muß. Politik und Verwaltung müssen dieses Thema schon im Vorfeld diskutieren und dürfen nicht nur feige hinterherlaufen.“ Der Landtagsabgeordnete betonte darüber hinaus: „Es ist gut, daß der Wolf zurückgekehrt ist. Aber das sorgt auch für gewaltige Probleme. Ein Wolf gehört nicht in eine Siedlung und schon gar nicht in die Nähe eines Kindertrampolins, egal, ob eine Gefahr von ihm ausgeht oder nicht. Wir brauchen hier eine Mindestdistanz, die politisch festgelegt werden muß.“ Entscheidungen über Abwehrmaßnahmen fielen auf Landesebene: „Meine Position ist, daß Vergrämungsmaßnahmen längst hätten organisiert und angewandt werden müssen.“ Allerdings, so räumte Winkelmann ein, müßten alle politischen Ebenen bis zur EU einbezogen werden, um Einigkeit über ein Wolfskonzept zu erreichen.
Angesichts der häufigen Wolfsbegegnungen und des atypischen Verhaltens einzelner Tiere, so Grindel, sei es Zeit zu handeln: Er wolle sich an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) wenden, „um mit allen betroffenen Bundesländern über Vergrämungsmaßnahmen zu diskutieren und sie schnell in Angriff zu nehmen.“ Er plädierte dafür, möglichst schnell eigene Fachleute zu schulen und nachhaltige Maßnahmen zu entwickeln, denn zur Zeit müsse man auf schwedische Vergrämungsexperten zurückgreifen. Hier müsse vor Ort Kompetenz entwickelt werden, um Einzeltiere mit atypischem Verhalten vergrämen zu können und sie so vom Menschen fernzuhalten.
Bei der Einschätzung möglicher Gefährdungen, so Grindel, spiele das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung eine wesentliche Rolle. Dies sei ernst zu nehmen. Andererseits, so der Bundestagsabgeordnete, sei aber Panik zu vermeiden: „Es ist schon heute möglich, eine Einzelfallausnahme zu machen und die Tötung eines Tieres zuzulassen, wenn dafür zwingende Gründe sprechen.“ Der Christdemokrat weiter: „Wir müssen aber auch deutlich machen, daß die Vorgaben durch die FFH-Richtlinien und das Naturschutzgesetz eng gestrickt sind. Und wir müssen aufpassen, daß wir nicht Hoffnungen wecken, die wir nicht erfüllen können. So ist die generelle Frage, ob wir unter Einbeziehung der FFH-Richtlinie irgendwann eine Größe der Wolfspopulation erreicht haben, die eine teilweise Bejagung erlaubt.“ Eine wesentliche Rolle bei dieser zahlenmäßigen Festlegung spiele die Herkunft der Tier aus zwei verschiedenen Wolfspopulationen, die beide erst eine bestimmte Anzahl erreichen sollten: „Wir halten das nicht für angebracht Die Politik muß klären, daß wir es nicht mehr mit zweien, sondern nur noch mit einer Population zu tun, weil ein genetischer Austausch bereits erfolgt ist.“


Gedankenaustausch zur Wolfsproblematik: (v.l.) Hermann Lüders, Dr. Lothar Brauer, Jürgen Kirsch, Lutz Winkelmann, Reinhard Grindel, Stefan Martin, Jörg-Rüdiger Tilk und Gerd Engel.

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