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Bremervörder Zeitung vom 07.07.07

Politiker schreiben für die BZ: Erleichterte Zuwanderung?

In dieser Woche haben wir im Deutschen Bundestag viel über den angeblichen Fachkräftemangel debattiert. Einige Politiker – auch in der Großen Koalition – wollen deshalb die Zuwanderung von Ausländern auf den deutschen Arbeitsmarkt deutlich erleichtern. Ich will offen bekennen: ich bin dagegen!

Nach neusten Untersuchungen haben wir nur in einigen Branchen und einigen Regionen größere Probleme, frei werdende Stellen wieder zu besetzen. Das Problem sollte also nicht dramatisiert werden. Entscheidend ist vor allem, dass nicht ein angeblich zu restriktives Ausländerrecht dafür verantwortlich ist, dass wir im „Kampf um die klugen Köpfe“ nicht sonderlich erfolgreich sind.

Im Jahr 2006 sind 155.000 Deutsche aus unserem Land ausgewandert, darunter viele Fachkräfte. Für diese Entwicklung muss es logischerweise andere Gründe geben als das Ausländerrecht. Im Ausland sind die Bedingungen für Existenzgründer besser und man kann schlicht mehr Geld verdienen, weil die Unternehmen dort besser zahlen. Es spricht viel dafür, dass die Gründe, die zum Auswandern aus Deutschland führen, auch dafür verantwortlich sind, dass Ausländer nicht einwandern. Hinzu kommen möglicherweise Sprachprobleme und steuerliche Rahmenbedingungen.

Die Unternehmen haben außerdem schon im bestehenden Ausländerrecht eine Vielzahl von Möglichkeiten, auf Fachkräfte aus dem Ausland zurückzugreifen. Voraussetzung dafür ist, dass der heimische Arbeitsmarkt den Bedarf nicht decken kann. Es darf nämlich nicht sein, dass wir 51jährigen Bauingenieuren oder IT-Spezialisten keine Chance mehr geben und stattdessen lieber junge Arbeitskräfte aus Afrika oder der Ukraine ins Land holen, nur weil sie billiger sind und bei Bedarf auch wieder schnell entlassen werden können. Außerdem müssen gerade die großen Konzerne in Deutschland begreifen, dass sie den möglichen Fachkräftemangel am besten durch die bessere Ausbildung des eigenen Nachwuchses bekämpfen. Unser Mittelstand vor Ort hat das immer erfolgreich getan und sich damit seiner sozialen Verantwortung gestellt.

Eine unkontrollierte Zuwanderung würde nicht nur erhebliche Missbrauchsgefahren und zusätzliche Integrationsprobleme mit sich bringen. Die Hintergründe der vereitelten Anschläge von Großbritannien zeigen, dass unkontrollierte Zuwanderung – wie dort im Falle der Mediziner mit terroristischen Absichten – auch eine Gefahr für die innere Sicherheit darstellen kann.

Mit dem jährlichen Familiennachzug, dem neuen Arbeitsrecht für Geduldete mit Bleiberecht und der anstehende Arbeitnehmerfreizügigkeit für die EU-Beitrittsländer stehen dem deutschen Arbeitsmarkt neue Herausforderungen bevor, deren Auswirkungen erst einmal abgewartet werden müssen. Angesichts von 3,5 Millionen Arbeitslosen, darunter auch Hochqualifizierten, sollte man mit einer allzu umfänglichen Öffnung des Arbeitsmarktes für ausländische Kräfte vorsichtig sein.

Reinhard Grindel

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