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Rotenburger Rundschau vom 16.02.08

Grindel gegen Aufweichung des Stammzellengesetzes

CDU-MdB sieht Würde des Menschen gefährdet

Rotenburg (r/rm). Aus Anlass der Bundestagsdebatte über das Stammzellengesetz sagt der örtliche Bundestagsabgeordnete, Reinhard Grindel (CDU), dass kein weiterer Anreiz zur Embryonentötung von Deutschland ausgehen dürfe. Das wäre durch eine Stichtagsverschiebung oder sogar den Wegfall der Stichtagsregelung aber gegeben. Stattdessen setzt sich Grindel dafür ein, die ethisch unbedenkliche Forschung an adulten Stammzellen menschlicher Organe weiter fördern und ausbauen.
"Hoffnung und Hilfe sind gerade für kranke Menschen wichtig. Aber wer Hilfe verspricht, muss sie auch bieten können. Nach Jahren weltweiter Forschung gibt es keinen Beleg, dass embryonale Stammzellen therapeutisch einsetzbar sich. Im Gegenteil: Sie besitzen ein extremes Tumorrisiko. Das ständige Wiederholen falscher Heilsversprechen weckt unbegründete Hoffnungen in schwerkranken Menschen", sagt Grindel.
Der Politiker vertritt die Ansicht, dass nicht die Forschung an embryonalen Stammzellen ethisch bedenklich ist, sondern die Tatsache, dass zu ihrer Herstellung die Tötung menschlicher Embryonen erforderlich ist. "Wir dürfen nicht die menschliche Würde geringer achten als die Interessen, die mit der Forschung an embryonalen Stammzellen verbunden sind. Die Forschungsfreiheit unterliegt verfassungsimmanenten Schranken - vor allem dem Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit."
Konkret heißt das für den Rotenburger: "Keine Tötung von Embryonen zu Forschungszwecken, kein menschliches Klonen, keine Rekrutierung von Frauen als Rohstofflieferantinnen, die gegen Entgeld Eizellen und Embryonen spenden."
Reinhard Grindel warnt davor, den Stichtag zu verschieben. Das hieße nämlich in seinen Augen, ihn abzuschaffen. "Denn warum sollte er nicht mit den gleichen Argumenten wieder und wieder verschoben werden? Der Zweck heiligt nicht die Mittel, und wir Politiker müssen immer auch das Ende unserer Entscheidungen bedenken." Grindel ist Unterzeichner des Antrages, der sich gegen eine Stichtagsveränderung und für die Beibehaltung des aktuellen Gesetzes ausspricht.

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