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Bremervörder Zeitung vom 16.02.08

Politiker schreiben für die BZ: Integration fördern und fordern

Die Rede des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan in der Kölnarena hat viele Bürger meines Wahlkreises empört. Das kann ich gut verstehen, hatte die Kölner Veranstaltung mit 16.000 Teilnehmern fast den Charakter einer politischen Landnahme. Erdogans Warnung vor einer „Assimilation“ schürt bewusst Ängste unter unseren türkischen Mitbürgern und ist in Wahrheit gegen Integration gerichtet.
Das Ziel der Bundesregierung ist nicht „Zwangsgermanisierung“. Es geht nicht um Entfremdung von der Heimat und der eigenen Kultur. Es geht um ein Zusammenleben auf der Basis einer gemeinsamen Sprache und gemeinsamer Werte. In Deutschland gilt das Grundgesetz und nicht die Scharia. Wir dürfen keine Parallelgesellschaften in unserem Land zulassen. Sie verhindern eine gute Perspektive gerade vieler junger Türken, die häufig wegen mangelnder Sprachkenntnisse ohne Abschluss die Schulen verlassen, keine Lehrstelle finden und arbeitslos sind.
Es darf nicht sein, dass in türkischen Familien, die zwanzig Jahre und länger in Deutschland leben, kein Wort Deutsch gesprochen wird. Und es darf erst recht nicht sein, dass wir mit türkischen Schulen in Deutschland, wie sie Erdogan fordert, eine solche Tendenz noch verstärken. Mit Abschottung schafft man keine Integration.
Erdogan treibt unsere türkischen Mitbürger in Loyalitätskonflikte, wenn er sie zu Lobbyisten türkischer Interessen in Deutschland machen will. Sie sollen die deutsche Staatsbürgerschaft anstreben, um politischen Druck für eine EU-Mitgliedschaft der Türkei zu machen. Dagegen ist festzuhalten: Die Regierungschefin der hier lebenden Türken ist Angela Merkel und nicht Herr Erdogan. Die Verleihung der deutschen Staatsbürgerschaft darf erst am Ende eines erfolgreichen Integrationsprozesses stehen.
Ich bin davon überzeugt, dass Erdogan nicht für die Mehrheit der Türken in unserem Land spricht. Viele Familien sind bildungsorientiert und integrationswillig. Diese Mitbürger in ihrem Bemühen um eine gute Eingliederung in unsere Gesellschaft zu unterstützen, ist eine wichtige Voraussetzung für gelungene Integration, gerade wenn sie Pressionen von fundamentalistischen Kräften ausgesetzt sind. Zur Politik, die Integration fördert und fordert, gibt es keine Alternative. Integration ist dabei aber nicht nur eine Bringschuld des deutschen Staates, sondern auch eine Holschuld unserer ausländischen Mitbürger.

Reinhard Grindel

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