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Neue Osnabrücker Zeitung vom 25.02.09

Machtkampf um Mainzelmann

„Was nun, Herr Brender?“ heißt es beim ZDF – Union hat Zweifel am Chefredakteur

von Beate Tenfelde

BERLIN. Beim Stichwort ZDF denkt man an Mainzelmännchen – und dann sehr fix an TV-Talkerin Maybritt Illner oder Marietta Slomka, eine kluge Blonde, und ihren schicken Kollegen Claus Kleber, die mit Witz und Geist die „Heute“-Nachrichten servieren. An ihren Chef Nikolaus Brender denkt so schnell keiner. Der Mann mit dem dicken dunklen Schnauz verantwortet als Chefredakteur zwar die aktuelle Berichterstattung über Politik und Sport, das allerdings hinter den Kulissen.
Jetzt aber wird er ins Licht gerückt. Denn es geht längst nicht mehr um possierliche Mainzelmännchen oder Information – es geht um Macht und um Einfluß beim Zweiten Deutschen Fernsehen. „Was nun, Herr Brender?“ Der 60-Jährige ist seit April 2000 Chefredakteur des ZDF. Er muss damit rechnen, dass er das ab März 2010 nicht mehr sein darf. Ob sein Vertrag verlängert wird, soll am 27. März der 14-köpfige Verwaltungsrat bestimmen, in dem die Union die Mehrheit hat und vier Ministerpräsidenten sitzen, darunter der Hesse Roland Koch (CDU) und der Bayer Edmund Stoiber (CSU). Die finden ihn – wie verlautet – „zu ruppig“. Mit Stoiber, dem früheren bayerischen CSU-Regierungschef, soll es sich Brender schon 2002 im Bundestagswahlkampf verscherzt haben. ZDF-Intendant Markus Schächter lässt das hingegen kalt. Er will den Mann mit dem Schnauz, der den pöbelnden SPD-Kanzler Gerhard Schröder nach dessen Wahlniederlage 2005 dezent, aber deutlich zur Ordnung rief, wieder als Boss haben. Ein spannender Kampf bahnt sich an – in dem Schächter gegen die Union unterliegen könnte. Wie ein Krake regieren die Parteien das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Sie haben sich in fünf Jahrzehnten der Sendeanstalten bemächtigt. Vertrauensleute mit dem richtigen Zungenschlag wurden gefördert, und säuberlich achten Union und SPD darauf, dass die Pfründen ausgewogen aufgeteilt sind.
Dann kommt Brender, schnaubt gegen Stoiber, schnauzt gegen Schröder. Ein parteiloser Journalist, der das tut, was seine Aufgabe ist: den Finger in die Wunde zu legen. Nun soll er gehen, findet die Union. „Käme man damit durch, wäre das ein verheerendes Signal nach innen und nach außen“, sagt ZDF-Moderator Claus Kleber dem Magazin „Der Spiegel“. Auch 13 weitere „Stars“ des Senders, darunter Illner und Slomka, der Berlin-Korrespondent Peter Frey oder der Haus-Historiker Guido Knopp, setzen sich für Brender ein. In einem offenen Brief erklären sie: „Gerade im Jahr der Bundestagswahl ist Distanz zu den Parteien unverzichtbar.“
Der Medienexperte der Union im Bundestag, Reinhard Grindel, weist allerdings den Vorwurf zurück, die Causa Brender habe etwas mit Parteipolitik zu tun. „Es geht um die Bilanz der Arbeit von Brender. Und die fällt nicht famos aus“, sagt er unserer Zeitung. Grindel rät dem Chefredakteur, sich um die „Flaggschiffe“ des Zweiten Deutschen Fernsehens, die Nachrichtensendungen „Heute“ und „Heute Journal“, zu kümmern. Dort würden massiv Zuschauerverluste verzeichnet.
„Stattdessen treibt Brender alberne Projekte wie die politische Talentshow „Ich kann Kanzler“ voran“, kritisiert der Abgeordnete undEx-Leiter des ZDF-Studios Brüssel. Es sei unerlässlich, eine Lösung im Einvernehmen mit dem ZDF-Intendanten Schächter zu finden. Für das Klima in der Chefredaktion sei es jedoch schädlich, wenn zur Unterstützung von Brender Unterschriftenaktionen führender ZDF-Journalisten organisiert würden, betont Grindel. „Das setzt ZDFJournalisten unnötig unter Druck, gerade solche, die nicht unterschrieben haben, und die gibt es auch.“ SPD-Generalsekretär Hubertus Heil ruft zu Sachlichkeit auf. Auf gar keinen Fall dürfe diese Personalie Gegenstand von klein karierten parteipolitischen Erwägungen werden. SPD-Medienexpertin Monika Griefahn springt ihm bei: „Die Messlatte muss die journalistische Qualität sein, und die ist gut. Das sage ich, obwohl Brender auch mit der SPD nicht immer zimperlich umgeht.“

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