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Rotenburger Kreiszeitung vom 04.08.06

Von 17 Plätzen wurden elf besetzt

Erntehelfer: Deutsche tun sich schwer / Grindel: Sanktionen

Kreis Rotenburg (sf) . "Die Gesamtkosten des Bundes für Hartz IV werden in diesem Jahr weit über den geplanten Ausgaben von rund 24 Milliarden Euro liegen", schreibt der Bund der Steuerzahler in der August-Ausgabe seines Wirtschaftsmagazins und kritisiert: "Die Reformen reichen nicht aus." Reinhard Grindel MdB (CDU) weist nach Gesprächen mit Spargelbauern darauf hin, dass es dem Arbeitsmarktportal des Landkreises (ArRoW) kaum gelungen sei, "arbeitswillige Erntehelfer zu vermitteln". Der Bundestagsabgeordnete mutmaßt, dass die Instrumente von Hartz IV nicht konsequent angewendet werden, dass offenbare Arbeitsverweigerung keine Sanktionen nach sich zieht. Die Bundespolitik steht dem Ausufern der Kosten für Hartz IV recht machtlos gegenüber. Grindel: "Unsere Bundestagsbeschlüsse gegen den Missbrauch von Hartz IV gehen ins Leere, wenn vor Ort davon kein Gebrauch gemacht wird." Wer Steuermittel in Anspruch nehme, müsse dafür auch seine Arbeitskraft zur Verfügung stellen.
In den vergangenen Jahren waren es vornehmlich Polen, die den deutschen Landwirten bei der Ernte halfen. Um auch deutschen Arbeitslosen die Chance auf einen zumindest zeitweiligen Arbeitsplatz zu geben, begrenzte der Bundesgesetzgeber die Zahl der von den Landwirten anzufordernden und von der Bundesagentur für Arbeit mit einer Arbeitsgenehmigung zu versehenden ausländischen Saisonarbeiter auf 80 Prozent - bezogen auf die erteilten Arbeitsgenehmigungen aus dem vergangenen Jahr. Wenn sich dann trotz allen Bemühens kein deutscher Erntehelfer finden lässt, durften es auch zehn Prozent mehr sein. Die Landwirte stellten ihre Arbeitskräfteanforderungen ein Vierteljahr vor der Ernte bei der Agentur für Arbeit. Für jene Erntehelfer, die über das 80-Prozent-Kontingent hinaus angefordert wurden, setzte die Agentur eine "Marktprüfung" mitsamt Vermittlungsverfahren in Gang, erklärt Heinz-Peter Wolff, Leiter der für den Altkreis zuständigen Arbeitsagentur für Rotenburg, das Prozedere. Die Arbeitgeberservices von Agentur und ArRoW hätten sich damals zusammengesetzt und auf die Bildung von "Pools" geeigneter Bewerber verständigt. Man sei sich einig geworden, dass vorrangig Bezieher von Arbeitslosengeld II in Frage kommen, denn ihre Unterstützung läuft weiter, wird ggf. um den erzielten Verdienst gekürzt, der die festgelegten Freibeträge übersteigt. Demgegenüber, so Wolff, werde die Zahlung von Arbeitslosengeld I eingestellt, wenn der Arbeitnehmer eine Beschäftigung antrete, die mehr als 15 Stunden pro Woche umfasse. Reiche das Einkommen nicht, so müsse er zusätzlich einen Antrag auf ALG II beim ArRoW stellen.
Heinz-Peter Wolff ist mit der Regelung nicht glücklich, hat trotzdem bei der Agentur nach vorheriger telefonischer Absprache mit den in Frage kommenden Kunden einen Pool zusammengestellt, in dem 80 Erwerbslose Aufnahme fanden. Die hatten sich samt und sonders vorher bereit erklärt, auch kurzfristig zum Ernteeinsatz auszurücken. Und das, so Wolff, in dem Bewustsein, dass ihnen keinerlei Sanktionen bei einer Weigerung gedroht hätten.
Die Beschäftigung von insgesamt 244 ausländischen Erntehelfern ist für die Saison 2006 von der Arbeitsagentur für den Altkreis Rotenburg zugelassen worden. Darin enthalten sich erweiterte Kontingente für Landwirte, die ihre Anbaufläche im Vergleich zu 2005 vergrößerten und auch die Kleinstbetriebe, für die keine Kontingentierung gilt. Wie viele ausländische Arbeitskräfte tatsächlich angetreten sind, wird von der Agentur nicht exakt nachgehalten.
Vermittelt wurden von der Agentur für Arbeit in Rotenburg zwei Erntehelfer, so Heinz-Peter Wolff. Vom ArRoW waren es neun, ergänzt Jens Lüth, der Leiter des Arbeitsmarktportals, die bei fünf Landwirten unterkamen. Insgesamt hätten 17 deutsche Erntehelfer im Altkreis Rotenburg "integriert" werden können, betont Heinz-Peter Wolff.
Wolff und Lüth weisen in dem Zusammenhang auf den beträchtlichen Verwaltungsaufwand hin, der sowohl bei der Agentur als auch beim ArRoW für die Vermittlung von unterm Strich nur wenigen deutschen Arbeitnehmern getrieben werden müsse.
Zwei Landwirte, so Jens Lüth, konnten aus dem 40-köpfigen Pool des ArRoW nicht bedient werden. Die Gründe, warum die Arbeit nicht angetreten wurde, seien vielfältig, insbesondere haperte es an der Mobilität. Die als Erntehelfer eingesetzten Polen würden vielfach bei den Bauern selbst unterkommen. Für die Erntesaison 2007 werde man über Fahrdienste nachdenken müssen, sagt Lüth. Einige Kunden hätten auch gesundheitliche Gründe geltend gemacht. Wer sich ohne triftigen Grund geweigert habe, die Arbeit aufzunehmen, oder schlecht gearbeitet habe, sei mit Sanktionen belegt worden, macht Lüth deutlich, der an ArRoW-Kunden und Landwirten appelliert, mehr "Durchhaltewillen" zu zeigen. Seiner Einschätzung nach war die überwiegende Zahl der Landwirte durchaus zufrieden mit den deutschen Erntehelfern.

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