Einbindung 1. Bild Einbindung 2. Bild Einbindung 3. Bild Einbindung 4. Bild Einbindung 5. Bild Einbindung 6. Bild
  • Schrift vergrößern
  • Schrift vergrößern
  • Standard wiederherstellen
  • Schrift verkleinern
  • Schrift verkleinern
 
Sie sind hier: Presse

Presse


zurück

Achimer Kurier vom 03.08.06

Heftige Kritik am Medizinischen Dienst

Eltern schwerstbehinderter Kinder schildern ihre Probleme / Bundestagsabgeordneter Grindel informiert sich

von Gerda Peters

Achim-Uesen. Petra Gölz ist eine couragierte Frau. Zum Wohle ihrer Patienten legt sich die Uesener Kinderärztin auch schon mal mit Behörden und Krankenkassen an. Oder mit Politikern. Als kürzlich CDU-Bundestagsabgeordneter Reinhard Grindel in einer Veranstaltung die positiven Seiten der Gesundheitsreform herausstellen wollte, widersprach sie. "Das Gesetz ist nicht für Kinder gemacht." Und lud den Politiker in ihre Praxis ein, um die Kehrseite der Medaille kennen zu lernen.

Den permanenten Kampf um Einstufung, Behandlungspflege oder Anerkennung der Schwerstbehinderung schilderten dem Politiker am Montag vier betroffene Angehörige. Mit dem Kontendämpfungsgesetz sei die Latte, wieviel Pflege Eltern leisten könnten oder müssten, zu hoch gelegt.
Im Fokus der Kritik stand der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK). Von fachlich überforderten und unsensiblem Personal war die Rede; von Ärzten des MDK, die Gutachten schreiben, obwohl sie den Patienten noch nie gesehen haben, von zu langer Bearbeitungsdauer der Anträge auf Einstufung in der Pflegeversicherung.
Grundsätzlich werde der erste Antrag abgelehnt, so die Erfahrung der Betroffenen. Ausschlaggebend sei dafür oft die Befragung nach einem Krisenkatalog durch die Mitarbeiter des Dienstes, denen die Qualifikation zur Beurteilung des Behinderungsgrades fehle. "Das ist Aufgabe von Ärzten, nicht von pflegendem Personal", so Petra Götz.
Die Eltern einer neurologisch und motorisch stark behinderten anderthalbjährigen Tochter berichteten, dass sie noch immer um die Pflegestufe eins kämpften. Der MDK habe die Einstufung trotz eines medizinischen Gutachtens, das die schwere Behinderung bestätige, abgelehnt. Tenor: Sie sei ja noch klein und könne noch nicht laufen. Nun klagt der Vater, der sich dem zermürbenden Kampf nicht länger aussetzen will. Für Petra Götz ist das Verhalten des MDK reine Schikane. "Das macht die Eltern krank, die ohnehin am Rande ihrer psychischen und physischen Belastung stehen." Eine Mutter empört sich über die Aussage einer MDK-Mitarbeiterin: "Es ist doch Ihr Problem, wenn Sie ein behindertes Kind in die Welt setzen."
Vom MDK zeigte sich auch der Großvater eines mehrfach schwerstbehinderten Jungen enttäuscht, dessen Pflege er sich mit seiner Frau teilt. Das Kind kann nur in einem Spezialrollstuhl sitzen und schlafen. Die Rampe fürs Auto, die ihnen ermöglicht hätte, den Enkel am öffentlichen Leben teilnehmen zu lassen, sei vom MDK und übergeordneten Diensten abgelehnt worden. Der Großvater hat schließlich die Rampe selbst bezahlt. Den Rat einer MDK-Kraft, den Jungen ins Heim zu geben, findet er skandalös.
Von ihrem Kampf gegen die "Windmühle MDK" berichtete die freiberufliche Kinderkrankenschwester Hilke Ewecker, die für den Ambulanten Pflegedienst Achim arbeitet. "Wir streiten uns um jede Minute", sagte sie und schilderte den Fall eines Patienten, dem sie täglich in der Schule die Blase entleeren müsse. Ganze zehn Minuten habe ihr der MDK dafür zugestanden und ihr erst nach minitiöser Beschreibung des Ablaufs eine halbe Stunde eingeräumt.
Der emotional sichtlich berührte Reinhard Grindel versprach, die Probleme mit dem MDK im Kreis-Sozialausschuss zur Sprache zu bringen. Dabei sollten die betroffenen Eltern und Vertreter des MDK mit am Tisch sitzen. Zudem will er mit den niedersächsischen Sozialministerin über die Beschwerden reden. "Solche Fehlentwicklungen müssen abgestellt und Lösungen gefunden werden, die Kindern und Eltern das Leben erleichtern." Bürgermeisterkandidat Rainer Ditzfeld, der seinen Parteifreund Grindel begleitete, regte die Gründung eines Fördervereins an, der in Härtefällen auch finanziell einspringen solle.

zurück


CDU Deutschland CDU/CSU Fraktion Deutschland CDU Niedersachsen CDU Fraktion Niedersachsen
CDU Kreisverband Rotenburg / Wümme CDU Kreisverband Heidekreis  
Heiner Ehlen Mechthild Ross-Luttmann Gudrun Pieper Lutz Winkelmann
Newsletter CDU.TV CDU-Mitgliedernetz  
© Reinhard Grindel MdB