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Rotenburger Kreiszeitung vom 10.08.06

Aus der Stube auf die raue See

Rockstedter Brennerei will Ethanol für freien Markt produzieren / Politik signalisiert Unterstützung

Selsingen (zz/jab). "Die ganze Welt braucht Ethanol." Davon ist Holger Borchers, Geschäftsführer der Rockstedter Brennerei, felsenfest überzeugt. Wegen düsterer Zukunftsaussichten ist der Betrieb aus der sicheren Alkoholproduktion für das Branntweinmonopol ausgestiegen. Stattdessen wird nach Umrüstung der Anlage Bio-Ethanol für den freien Markt hergestellt. Am 1. Oktober soll es losgehen. Borchers bittet die Politik um Unterstützung für das Projektvorhaben und bemüht sich um Fördermittel vom Bund.

Gemeinsam mit den Projektpartnern Stader Saatzucht, Hansa Landhandel, "ttf Bremerhaven" und "J.H.K. Anlagenbau" aus Bremerhaven, informierte Holger Borchers am Dienstagmorgen in Selsingen die Öffentlichkeit. Neben den beiden Bundestagsabgeordneten Reinhard Grindel und Joachim Stünker, lauschten auch Niedersachsens Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen und Peter Paziorek, Staatsekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, den Ausführungen des risikofreudigen Geschäftsführers. Wie die Herren aus Berlin erklärten, wird die Sache im Umwelt- wie im Landwirtschaftsministerium noch kontrovers diskutiert. Paziorek sorgte dennoch für ein Leuchten in den Augen der Ethanol-Produzenten. Die Koalition werde sich auf eine Steuerfreiheit für diesen Biokraftstoff bis 2015 einigen, versicherte er.
Seit 1970 stellt die größte landwirtschaftliche Brennerei Deutschlands Alkohol für das Brandweinmonopol her. Die Kürzung der Brennrechte, sinkende Preise sowie die ungewisse Zukunft des Monopols im Allgemeinen führten zu einem Umdenken: Raus aus der geregelten Produktion, hinaus auf den freien Markt. Geplant ist: Bio-Ethanol als Kraftstoff und Heizölersatz zu verkaufen, sowie über Blockheizkraftwerke verstromen zu lassen. Dabei haben sich die Rockstedter ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: "Wir wollen beweisen, dass wir günstiger produzieren können als Großanlagen", so Borchers. Dies soll im Rahmen eines Kreislaufsystems geschehen. Es ist beabsichtigt, anfallendes Ethanol, als auch Biogas, im firmeneigenen Blockheizkraftwerk zu verstromen und hierüber die Energiekosten der Anlage zu senken. "Der Weg über die dezentralen Anlagen ist besser", macht Holger Borchers die Sache den Politikern schmackhaft. Drei Großanlagen gibt es im Osten der Republik. Langfristig werde diesen Unternehmen die Rohstoffbasis fehlen, prognostiziert der visionäre Geschäftsführer aus Rockstedt.
Bio-Ethanol, ein aus Biomasse durch Vergärung gewonnener Alkohol, wird bereits heute in kleinen Mengen Benzin beigemischt. Bis 2020 soll der Anteil auf acht Prozent pro Liter angehoben werden. Darüber hinaus gibt es den Kraftstoff "E85" mit 85 Prozent Ethanol und 15 Prozent Benzin. In Schweden fahren bereits zahlreiche Autos mit diesem Gemisch. Einige Fahrzeughersteller bieten Autos mit der entsprechenden Technik an, moglich ist auch eine Umrüstung. An die Politik appelliert Borchers, sich für eine höhere Beimischung des umweltfreundlichen Kraftstoffs einzusetzen. Die Stader Saatzucht will "E85" über ihr Tankstellensystem im Elbe-Weser-Raum vertreiben.
Weniger Erfahrung bestehen auf dem Gebiet der Verbrennung in Heizöfen. Wie eine Versuchsreihe im J.H.K.Anlagenbau aus Bremerhaven gezeigt hat, ist es "gut möglich, Ethanol zu verheizen". Wirtschaftlich allerdings erst, wenn der Heizölpreis über die Ein-Euro-Marke klettert. Über die Verstromung in einem Blockheizkraftwerk liegen hingegen noch keine Langzeitversuche vor. Holger Borchers liebäugelt damit, die Kaserne in Seedorf mit Ethanol zu beliefern und dort über ein Blockheizkraftwerk verstromen zu lassen. Abfallsprodukte werden übrigens als wertvolle Futtermittel an die Landwirte verkauft.
Von der Politik fordert Borchers eine Bevorzugung kleiner, dezentraler Anlagen gegenüber den heute mit hohen Steuermitteln geförderten Großanlagen. Und natürlich geht es um Fördermittel für das Rockstedter Projekt. Die Politiker hingegen fragen vor allem nach der Wirtschaftlichkeit der Anlage. Peter Paziorek, der sich als Freund dezentraler Anlagen präsentierte, machte den Rockstedtern dennoch Mut: "Es ist noch nicht gesagt worden, dass die Sache keine Chance hat." Es müssten noch einige Detailfragen geklärt werden. Darüber soll in Berlin in naher Zukunft gesprochen werden. Im Mittelpunkt steht dabei wor allem die Wirtschaftlichkeit des Blockheizkraftwerks.

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