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Rotenburger Kreiszeitung vom 27.09.12

„Banalitäten erspare ich mir“

Auch Reinhard Grindel (CDU) ist jetzt bei Facebook aktiv / Interview mit dem Bundestagsabgeordneten

von Guido Menker

Rotenburg. Der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil nutzt es schon lange, auch die heimischen Landtagsabgeordneten sind bereits drin. Nun hat auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel das soziale Netzwerk Facebook für sich entdeckt. Dazu führten wir ein Interview mit ihm.

Herr Grindel, seit einigen Wochen sind Sie auf Facebook mit einer eigenen Seite vertreten. Ihr hiesiger Kollege Lars Klingbeil von der SPD hatte sich bereits viel früher für diesen Weg im sozialen Netzwerk entschieden. Sie selbst hatten sich bis zuletzt immer "geweigert". Was hat Sie veranlasst, nun doch diesen Schritt zu vollziehen?
Reinhard Grindel: Schwierige politische Probleme erfordern differenzierte und verständliche Antworten, da sind Twitterbotschaften zu oberflächlich. Facebook ist neben meiner Hompage www.reinhard-grindel.de, die im Internet sehr häufig besucht wird, ein weiterer Übertragungsweg, mit dem ich Menschen erreiche und darstellen kann, was ich im Bundestag und für meinen Wahlkreis erreiche. Deshalb bin ich dort jetzt präsent. Außerdem können mir Menschen über Facebook direkt Nachrichten zukommen lassen. Ich habe mich zunächst nicht „geweigert“, sondern habe sehr genau überlegt, ob ein Nutzen hinter dem Facebook-Auftritt steht.

Viele Ihrer Bundestagskollegen haben ein Profil bei Facebook und "freunden" sich darüber mit anderen Menschen an. Sie haben sich für eine eigene Seite entschieden, die der Nutzer "liken" kann, auf der sie jedoch - außer Kommentare zu Ihren Posts - keine Beiträge verfassen können. Welche Befürchtungen stecken dahinter?
Grindel: Freunde hat man im echten Leben, sicher nicht im digitalen. Ich bin auf Facebook direkt zu erreichen und es kann Diskussionen über Kommentare geben. Diese Funktion wird auch von Facebook-Mitgliedern bereits gern genutzt. Ich habe mich bewusst für diese Form der Facebook-Nutzung entschieden, um Inhalte weiterzugeben und meine Arbeit als Abgeordneter darzustellen. Wer sich dafür interessiert, kann meine Seite „liken“ und bekommt neue Infos von mir immer direkt per Facebook. Ich kann meine Facebook-Seite aber nicht permanent kontrollieren. Meine Sorge ist ganz klar, dass gerade im nächsten Bundestagswahlkampf problematische Inhalte gezielt auf meiner Facebook-Seite platziert werden und ich dann am Ende dafür verantwortlich gemacht werden könnte. In diese schwierige Lage will ich mich nicht bringen.

Insofern kommt es auf Ihrer Seite aber nicht zu einer Kommunikation auf Augenhöhe. Muss ich Ihre Seite also als ein Entgegenkommen an jüngere Wählerschichten interpretieren?
Grindel: Viel direkter als eins zu eins kann man wohl nicht kommunizieren, das ist hier möglich. Die ersten Nachrichten über Facebook erhielt ich gerade von älteren Nutzern des Netzwerkes, die mich hier willkommen hießen. Aber Sie haben natürlich recht. Facebook ist vielfach ein Medium jüngerer Menschen, die ihrem Abgeordneten lieber eine Nachricht bei Facebook hinterlassen als per E-Mail. Dazu sind sie herzlich eingeladen. Man darf übrigens auch noch das Telefon benutzen und in meinem Wahlkreisbüro anrufen. Ich finde, das persönliche Gespräch ist durch nichts zu ersetzen Und das ist der Weg, auf dem ich mit den Menschen in meinem Wahlkreis auch sehr gerne kommuniziere.

Wie sind die bisherigen Reaktionen auf Ihre Seite?
Grindel: Sehr positiv, nicht nur im Kreise von Parteifreunden. Menschen, die ich auf Veranstaltungen treffe, schreiben mir im Anschluss auf Facebook. Es gibt auch Bürgermeister in der Region, die wohl lieber über Facebook als per E-Mail oder Brief kommunizieren, das soll mir recht sein. Ich bin erreichbar.

Ihre Seite hat Tagebuch-Charakter. Privates und vor allem auch politische Statements sucht der Gast vergeblich. Warum?
Grindel: Die Seite muss sich erst entwickeln. Jetzt stand erst einmal die Dokumentation meiner Sommertour im Mittelpunkt. In Zukunft werde ich zu aktuellen Themen Stellung nehmen. Die Arbeit im Bundestag hat jetzt wieder angefangen und Sie können ein aktuelles Statement zu meiner Tätigkeit im Gorleben-Untersuchungsausschuss finden. Ich werde auch über meine ehrenamtliche Arbeit im Fußball berichten. Banalitäten, die ich zum Teil bei meinen Kollegen beobachte, werde ich mir aber ersparen. Es wird auch von mir keinen Seelenstriptease auf Facebook geben. Denn ich finde es schon bedenklich, wie viel Privates Menschen auf Facebook preisgeben. Privates über meine Familie und mich wird man hier nicht finden.

Welchen Stellenwert messen Sie eigentlich mittelfristig den sozialen Netzwerken in der Politik bei?
Grindel: Da gibt es Chancen und Gefahren. Ich glaube schon, dass ich auf diesem Kommunikationsweg Menschen erreichen kann, die sonst mir ihrem Abgeordneten nicht direkt in Kontakt kommen würden. Insofern wird die Seite auf Facebook wie meine Homepage im Bundestagswahlkampf sicher eine wichtige Informationsquelle sein. Andererseits gibt es auch die Gefahr, dass sich Falschmeldungen in Windeseile verbreiten, die man gar nicht mehr einfangen kann. Das wird den nächsten Bundestagswahlkampf, wie ich befürchte, nicht gerade sachlicher machen.


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