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Heidekurier vom 08.05.13

„Das war eine tolle Erfahrung“

Zum ersten Mal Europatag an den Berufsbildenden Schulen in Soltau

SOLTAU (mwi). Auch wenn die Berufsbildenden Schulen (BBS) Soltau eine noch junge Europaschule sind, so sind doch die Kontakte in die EU-Länder zum Teil schon seit langem etabliert. Da ist es kein Wunder, daß die BBS am vergangenen Montag zwar zum ersten Mal den Europatag feierte, dabei aber schon auf reichlich Erfahrung im europäischen Austausch zurückblicken konnte. Dazu konnten Schulleiterin Gaby Tinnemeier und Annette Ruelius-Mangold, an den BBS für die Organisierung von Austauschen zuständig, nicht nur die stellvertretende Landrätin Gunda Ströbele begrüßen: Als Redner hatten die BBS den hiesigen CDU-Bundestagsabgeordneten Reinhard Grindel eingeladen. Er referierte zunächst zum Thema „europäischer Ausbildungs- und Arbeitsmarkt“, um sich dann den Fragen der Schülerinnen und Schüler zu stellen.

Der Blick über den eigenen Tellerrand - also das Wissen um Arbeitsmöglichkeiten, Kultur und Sprachen im europäischen Ausland – kann wichtig sein, wenn insbesondere junge Leute die Idee der Europäischen Union verstehen und davon profitieren wollen. Dazu gehören beispielsweise Praktika, das Absolvieren eines Teils der Ausbildung oder die Arbeit im Ausland. Das machte auch Tinnemeier deutlich: „Wir sind hier in einer Region angesiedelt, die nicht als Nabel der Welt gilt. Wir möchten aber, daß sich das ändert und sich die BBS für Europa öffnen.“ Die Jugendlichen sollten sich in Aktivitäten stürzen: „Dazu gehört Mut, vor allem aber die Möglichkeit, dies überhaupt tun zu können.“ Schon seit Jahren nutzen die BBS deshalb verschiedene Austauschprogramm, um ihre Schülerinnen und Schüler zum Praktikum ins Ausland zu schicken und im Gegenzug auch Gäste aus anderen Staaten aufzunehmen.
Insgesamt würden diese Möglichkeiten bundesweit aber noch relativ wenig genutzt, wußte Grindel: In Deutschland seien es nur vier Prozent, die als Praktikanten, Studenten oder zur Ausübung eines Berufes ins Ausland gingen. „Insgesamt ist die Mobilität eher gering. Nur drei Prozent in der Europäischen Union arbeiten in einem anderen EU-Land als dem eigenen. 28 Prozent der jungen Leute könnten sich aber vorstellen, dies zu tun“, so der Bundestagsabgeordnete. Probleme bereiteten nach wie vor die Sprache und die gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen. Die Vorteile, auch einmal in einem anderen Land ein Praktikum zu machen oder zu arbeiten, so Grindel, lägen in der Erweiterung der Fremdsprachenkenntnisse, der Stärkung des interkulturellen Verständnisses und in einer besonderen Form der persönlichen Eigenständigkeit: „Es gibt zahlreiche Maßnahmen, die dies fördern. Bis 2020 sollen zehn Prozent der Jugendlichen eine Ausbildung im Ausland machen.“
Ob junge Leute ins Ausland gehen können, um eine Ausbildung zu machen oder zu arbeiten, hängt allerdings auch wesentlich von den jeweiligen wirtschaftlichen Gegebenheiten ab. Zwar, so Grindel, gebe es mittlerweile einen einheitlichen europäischen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, „aber ich möchte grundsätzlich gern, daß die jungen Leute hierbleiben, weil wir einen starken Fachkräftemangel haben.“ Der Arbeitsmarkt insbesondere auch für junge Leute sei in Deutschland gravierend besser, die Jugendarbeitslosigkeit liege mit sieben Prozent am niedrigsten in der EU. In anderen Ländern wie Spanien oder Griechenland gebe es für die Hälfte einer ganzen Generation keine Ausbildungsplätze. „Weil bei uns aber die Lage so gut ist, gibt es Programme, um beispielsweise spanischen Jugendlichen hier eine Ausbildung zu ermöglichen und für den deutschen Arbeitsmarkt zu gewinnen“, so der Christdemokrat.
Was die BBS-Schülerinnen und - Schüler in der anschließenden Diskussion vor allem interessierte, waren neben Euro-Entwicklung und Rettungsfonds konkrete Fragen nach Möglichkeiten, ins Ausland zu gehen. Hier verwies Grindel auf die Beratungsnetzwerke von Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer und Agentur für Arbeit.
Auf welche Weise sie selbst von ihrem Auslandspraktikum in Helsinki profitiert haben, erläuterten Mattis Meyer und Cindy Garwien am vergangenen Montag: „Das war beruflich und privat eine tolle Erfahrung. Wenn ihr mal eine solche Möglichkeit bekommt, dann nutzt sie“, meinte Meyer zur Schülerschaft.
Aber auch zwei Spanier, Angel und Marcos aus Andalusien, die derzeit im Rahmen des Leonardo-da-Vinci-Austauschstipendiums für ein Vierteljahr in der Heide weilen, kamen zu Wort. In Spanien habe sie nur die Arbeitslosigkeit erwartet: „Wenn unsere Politiker keine Lösung finden, was sollen wir dann machen? Warten?“, fragte Angel und lieferte die Antwort gleich mit: „Nein. Ich habe vor zwei Jahren eine Ausbildung als Programmierer begonnen und mache jetzt ein Auslandspraktikum. Vielleicht kann Europa mein neues Zuhause werden. Ich habe hier nur nette Leute kennengelernt und habe die Möglichkeit, meine beruflichen und sprachlichen Kennntisse zu verbessern.“


Zum Europatag erhielten BBS-Schülerinnen und -Schüler ihre Europapässe, in denen ihr Auslandsengagement dokumentiert ist. Das Foto zeigt (v.l.) Annette Ruelius-Mangold, Cindy Gerwien, Mattis Meyer und Reinhard Grindel. Darüber hinaus erhielten drei weitere Schüler einen Europapaß, konnten ihn aber am Montag nicht persönlich entgegennehmen.

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