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Heidekurier vom 28.01.15

„Lösung ist Bauen im Bestand“

CDU-MdB Reinhard Grindel hält neue Y-Trasse für wenig wahrscheinlich

Soltau (mwi). Er kam ein wenig später, aber dafür ging er etwas eher: Eigentlich hatte Bundestagsabgeordneter Reinhard Grindel gar nicht genügend Zeit, doch den Auftritt bei der Mitgliederversammlung der Soltauer CDU am vergangenen Montag wollte er sich nicht entgehen lassen. Grund dafür war in erster Linie die Y-Trasse, die die Bürger der hiesigen Region in Harnisch bringt: Inzwischen gibt es kaum einen Ort, in dem sich kein Widerstand regt. Immer mehr Bürgerinitiativen schießen aus dem Boden und machen ihren Protest gegen das Vorhaben deutlich. Doch die großen Befürchtungen, die die Anwohner umtreiben, hält Grindel zwar für verständlich, in ihrer Tragweite aber nicht wirklich für begründet. Diese Einschätzung erläuterte der Bundestagsabgeordnete jetzt noch einmal bei den Soltauer Christdemokraten.

„In den vergangenen Wochen hat dieses Thema eine große Dynamik entwickelt. Ich habe Verständnis für die Sorgen der Menschen und werde auch mit den Bürgern sprechen. Aber es besteht kein Grund zu überzogenen Befürchtungen“, schickte der Christdemokrat voraus, um dann ins Detail zu gehen.
Insgesamt gibt es sechs mögliche Streckenlösungen, die allesamt das Ziel haben, den Seehafenhinterlandverkehr - also den Gütertransport von und zur Küste - auf der Schiene zukunftsorientiert sicherzustellen. Zwei dieser Lösungen beträfen dabei den Heidekreis: Zum einen die „klassische“ Y-Trasse. Hier würde eine Neubautrasse von Lauenbrück im Norden über Visselhövede, vorbei an Walsrode und Schwamstedt bis Isernhagen im Süden führen. Hinzu käme der Ausbau der bestehenden Strecke von Visselhövede in Richtung Westen nach Langwedel (Amerikalinie).
Zum anderen ist es die Variante Schienengüterverkehr-Y (SGV-Y). Sie bestünde aus einer zweigleisigen Neubaustrecke (NBS) für den Schienengüterverkehr und dem Ausbau der bestehenden Strecke zwischen Soltau und Langwedel. Sie unterteilt sich in folgende drei Abschnitte: NBS ab südlich von Maschen bis in Höhe Soltau in Bündelung mit der Autobahn 7, NBS ab Höhe Soltau bis Celle in möglichst direkter Linie und Ausbaustrecke von Soltau bis Langwedel. Für die Ortslage Soltau wird zusätzlich als Untervariante eine Umfahrung südlich der Stadt betrachtet. Zusätzlich gibt es für alle Varianten die Option, die Strecke Langwedel - Uelzen (Amerikalinie) auszubauen.
Grindel hält einen solchen Trassenneubau, wie ihn etwa das SGVY erforderte, allerdings für unwahrscheinlich: „Es wäre mit rund 3,5 Milliarden Euro Kosten nicht nur mit Abstand die teuerste Variante, sondern brächte auch die größte Belastung mit sich.“ Zudem verlange der Gütertransport möglichst schnelle Lösungen: „Wir haben inzwischen wieder Umschlagszahlen in den Häfen wie vor der Wirtschaftskrise. Und dieser Anstieg wird sich - vor allem in Hamburg - fortsetzen.“ Allein über die Straße könne dieser Güterverkehr nicht abgewickelt werden. Deshalb sei auch die Schiene erforderlich: „Ein Streckenneubau sorgt aber erst für Entlastung, wenn er fertiggestellt ist. Das nähme - bei vorheriger Klärung aller Verfahren und Finanzen - 20 bis 25 Jahre in Anspruch“, rechnete Grindel vor. So etwas dauere also viel zu lange: „Aber eine Lösung, die schon in absehbarer Zeit für Entlastung sorgen könnte, wäre Bauen im Bestand. Und genau dies wird das Thema der kommenden Jahre sein.“
Der Bundestagsabgeordnete sieht die Zukunft des Schienengüterverkehrs also nicht im Neu-, sondern im Ausbau bestehender Strecken. Hier hält er die Amerikalinie und die große Hauptstrecke Hamburg-Hannover für die Bereiche, „wo noch etwas geht. Das werden die wesentlichen Maßnahmen sein, die in Nord-Niedersachsen zum Tragen kommen.“
Auch aus finanziellen Gründen gebe es keinen großen Spielraum für Neubaustrecken: „In den kommenden Jahren gibt es drei große Themen: die Beseitigung von Langsamfahrstellen, die Weichen, die für erhebliche Probleme etwa an den Knoten Bremen und Hannover sorgen, und die Eisenbahnbrücken, die an wichtigen Stellen sanierungsbedürftig oder den heutigen Belastungen nicht mehr gewachsen sind. All dies bestimmt in den nächsten Jahren die Mittelausgaben.“
Seiner Argumentation entsprechend habe dann auch der demnächst beginnende Dialogprozeß zur Y-Trasse „vor allem den Sinn, daß am Ende alle Beteiligten wissen, daß es keine neue Y-Trasse geben wird, weil das zu lange dauerte und zu teuer wäre.“ Allerdings: Eine völlige Entwarnung, so der Christdemokrat, könne nicht gegeben werden.
Auch zur geplanten Stromtrasse Südlink nahm Grindel Stellung: Nach jüngster Erkenntnis dürfe Betreiber Tennet die Leitung nicht über den Truppenübungsplatz Bergen bauen (HK berichtete). Ob dies aber ein K.o.-Kriterium für den Verlauf dieser Trassenvariante sei, stehe noch nicht fest. Schließlich könne die Trasse ja auch am Rand des Platzes verlaufen. Grindel kritisierte in diesem Zusammenhang, daß Tennet bisher nicht hinreichend begründet habe, warum keine Trassenvariante durch den Ostkorridor mit wesentlich niedrigeren Bevölkerungszahlen führe.
Schließlich sprach der Bundestagsabgeordnete noch das Flüchtlingsthema an, das auch im Heidekreis eine immer stärkere Rolle spielt. Hier unterstrich Grindel die Verantwortung gegenüber politisch Verfolgten: Wer aus den betreffenden Ländern komme, werde höchstwahrscheinlich auch hierbleiben. Wichtig seien deshalb Sprachkurse schon vor der dezentralen Verteilung dieser Menschen, um sie von Anfang an zu integrieren. Gleichzeitig müßten jene, die nicht verfolgt würden, gleich zurückgeschickt werden und nicht erst dezentral verteilt werden. Grindel forderte darüber hinaus, daß künftig mehr EU-Staaten mehr Flüchtlinge aufnehmen mögen: „Die Hälfte aller Asylsuchenden in der EU kommen nach Deutschland und Schweden - und das kann auf Dauer nicht sein.“


Reinhard Grindel: „Kein Grund zu überzogenen Befürchtungen.“

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