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Böhme-Zeitung vom 07.02.15

Y-Trasse: Auf einen Neubau können wir nicht warten

Interview: CDU-Abgeordneter Reinhard Grindel setzt auf Ausbau bestehender Strecken

Soltau. Das ist „Unsynn“. Der Widerstand gegen den möglichen Bau einer Güterbahnstrecke mitten durch die Lüneburger Heide hat einen Namen. Die Zahl der Teilnehmer an den Aktionen und Protestkundgebungen gegen den Heidekreis betreffende Pläne für eine Hafenhinterlandanbindung wächst stetig, immer mehr Kreuze werden als Zeichen der Ablehnung im möglichen Trassenverlauf aufgestellt. Dazu befragte BZ-Redaktionsmitglied Reinhard Vorwerk den hiesigen CDU-Bundestagsabgeordneten Reinhard Grindel.

BZ: Herr Grindel, ist die Y-Trasse tot?
Reinhard Grindel: Die alte Y-Trasse zwischen Hamburg, Hannover und Bremen, die seit 1992 geplant wird, ist völlig unrealistisch. Sie ist zu teuer und umweltpolitisch nicht durchsetzbar.

In Ihrem Wahlkreis, vor allem im Bereich Soltau, wächst der Protest in der Bevölkerung gegen eine Neubaustrecke, die die Region zerschneiden würde. An diesem Wochenende wird auch in der Gemeinde Bispingen aufgekreuzt, es werden farbige Andreaskreuze als Zeichen des Widerstands gegen das Bahnprojekt in die Landschaft gesetzt. In Bockel bei Wietzendorf soll der mit einem nachgeahmten ICE-Triebkopf versehene symbolische Protestzug auf das nächste Gleis gesetzt werden. Können Sie die Ängste der Menschen nachvollziehen?
Von allen Alternativtrassen zum alten Y betrifft das sogenannte SGV-Y – das Schienengüterverkehrs-Y – mit über 25 000 Wohneinheiten die meisten Menschen und verbraucht auch am meisten Natur- und Landschaftsschutzflächen. Entlang der Strecke wären auch viele Betriebe und damit Arbeitsplätze gefährdet. Insofern kann ich die Sorgen der Menschen verstehen.

Sind sie auch berechtigt?
Grundsätzlich muss man die Planungen der Deutschen Bahn AG immer ernst nehmen. Das SGV-Y ist aber mit mindestens 3,5 Milliarden Euro die teuerste Variante. Ich kann – neben den Beeinträchtigungen für Mensch und Natur – nicht erkennen, woher das Geld in den kommenden Jahren kommen soll. Deswegen bin ich entsprechend skeptisch, dass die Alternative SGV-Y ernsthaft verfolgt wird. Problematischer sind dagegen die Überlegungen von Niedersachsens SPD-Verkehrsminister Olaf Lies für eine Billigvariante bei der Ertüchtigung der Amerikalinie Langwedel–Soltau–Uelzen. Die würde mehr Güterverkehr, aber keinen zusätzlichen Lärmschutz bedeuten. Das müssen wir auf jeden Fall verhindern.

Am kommenden Freitag findet in Celle das erste Dialogforum Schiene-Nord statt. Das Ziel des sogenannten Bürgerdialogs mit Vertretern von Bund, Land, Bahn, Verbänden und Bürgerinitiativen ist es, bis zum Jahresende eine Vorzugstrasse, zumindest eine Prioritätenliste aus den von der Bahn AG vorgestellten Streckenvarianten zu ermitteln, die als Grundlage für die weitere Planung und den Bau der Hafenhinterlandanbindung dienen soll. Ist bei den vielfältigen, regional begründeten Standpunkten überhaupt ein Konsens denkbar?
Ich bin ziemlich sicher, dass der Konsens schon nach kurzer Zeit lauten wird: Der Ausbau von Bestandsstrecken ist die beste Alternative. Dem können nach meinem Eindruck die meisten Bürgerinitiativen zustimmen.

Ist es angesichts eines veranschlagten Planungs- und Umsetzungszeitraums von 20 bis 25 Jahren sinnvoll, sich mit einer Neubaustrecke zu beschäftigen? Es heißt doch immer, die Hinterlandanbindung müsse spätestens 2030 zur Verfügung stehen.
Angesichts der wachsenden Umschlagzahlen im Hamburger Hafen brauchen wir zusätzliche Kapazitäten auf der Schiene schon vor 2030. Deshalb wird etwa die Strecke Uelzen–Stendal zweigleisig elektrifiziert ausgebaut. Eine Neubaustrecke bringt erst dann eine Entlastung, wenn sie komplett fertiggestellt ist. Darauf kann die Hafenwirtschaft, auch in Bremerhaven, nicht warten. Deshalb muss es jetzt um den Ausbau der Bestandsstrecken gehen.

Welche Lösung favorisieren Sie?
Ich favorisiere den Ausbau der Hauptstrecke Hamburg–Hannover. Ich könnte mir auch vorstellen, dass eine Ertüchtigung der Strecke Rotenburg–Minden in den Blick genommen wird. Sollte sich der Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven besser entwickeln, wird man auch den Ausbau der Amerikalinie betrachten. Aber das heißt: zweigleisiger Ausbau bei vollem Lärmschutz. Darauf haben die Menschen einen Anspruch.


Reinhard Grindel, CDU-Bundestagsabgeordneter

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