Einbindung 1. Bild Einbindung 2. Bild Einbindung 3. Bild Einbindung 4. Bild Einbindung 5. Bild Einbindung 6. Bild
  • Schrift vergrößern
  • Schrift vergrößern
  • Standard wiederherstellen
  • Schrift verkleinern
  • Schrift verkleinern
 
Sie sind hier: Presse

Presse


zurück

Bremervörder Zeitung vom 03.08.07

"Mistwagen" steht mitten in Hönau-Lindorf

CDU-Veranstaltung zum Thema Küstenautobahn

von Rainer Klöfkorn

Hönau-Lindorf. Beim Bau der Küstenautobahn (A22) wird es Gewinner und Verlierer geben. Auf der Verliererseite wähnen sich die Einwohner von Hönau-Lindorf, verläuft doch die derzeit aktuelle Trasse mitten durch ihren Ort. Im Rahmen seiner Sommertour, informierte sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel am Mittwochnachmittag darüber, wie die Betroffenen Ihre Lage beurteilen und ob es Alternativvorschläge gibt.

Dass das Autobahnthema die Einwohner beschäftigt, zeigte der Besuch im Dorfgemeinschaftshaus: Trotz Urlaubszeit und ungewohnter Uhrzeit war kein Stuhl mehr frei. Begleitet wurde Grindel in Hönau-Lindorf von Parteifreunden, darunter Landesminister Hans-Heinrich Ehlen und Landrat Hermann Luttmann. "Wir möchten wissen, wie Ihr die Dinge seht", sagte Bremervörder CDU-Vorsitzende Frank Pingel zu Beginn in Richtung Einwohnerschaft.
Die Dinge sind eindeutig: Bei der Planung der A22 ist Honau-Lindorf am härtestes betroffen, die von den Straßenplanern vorgeschlagene Vorzugstrasse durchschneidet den Ort. Während einige Häuser und landwirtschaftliche Betriebe vermutlich aufgegeben werden müssen, muss sich ein Großteil der Einwohner auf Lärm einstellen. Insgesamt seien die Bewohner von 50 Häusern betroffen, hieß es. Minister Ehlen sprach von einer "unglücklichen Situation" für Hönau-Lindorf. Von daher sollte versucht werden, die Auswirkungen abzumildern und eine möglichst verträgliche Trasse auszuwählen. Bei einer Verschiebung sei aber zu berücksichtigen, dass es dann an anderer Stelle Probleme geben werde. "Seien Sie fair, wenn sie über Alternativen nachdenken", appellierte deshalb Grindel an die Einwohner.
Zu denjenigen, die sich bereits Gedanken gemacht haben, gehört der Ortsrat von Hönau-Lindorf. Für dieses Gremium begrüßte es Reinhard Brünjes, dass sich die CDU-Politiker ein "Bild von der Stimmung vor Ort machen". Über die Auswirkungen einer Autobahn will sich auch der Ortsrat informieren, kündigte Brünjes an. Geplant sei eine Fahrt nach Mecklenburg-Vorpommern an die A20.
Danach werde der Ortsrat eine Stellungnahme abgeben. Wie die aussehen wird, ließ Brünjes offen. Aber auch er warnte: "Wenn wir den Trassenverlauf verändern, schaffen wir neue Probleme und Streit. Ich kann nicht jemand anders den Mistwagen vor die Tür schieben."
Vorgestellt wurde in der Versammlung ein privater Vorschlag des nicht anwesenden Ortsbürgermeisters Herbert Buck. Danach verläuft die Trasse stärker in Richtung Mehedorf. Näher eingegangen wurde auf diesen Vorschlag nicht. Allerdings forderte Mehedorfs Ortsvorsteher Erwin Busch von der Stadt die Einberufung einer Bürgerversammlung, da Mehedorf im Gegensatz zu Hönau-Lindorf keinen Ortsrat hat. Unzufrieden mit der jetzigen Vorzugstrasse zeigten sich in der Diskussion die direkt betroffenen Anlieger. Es werde zu wenig Rücksicht auf die Menschen genommen, wurde argumentiert. Befürchtet wird ein Werteverlust der Grundstücke und eine Lärmbelästigung durch den Verkehr auf der Autobahn. Niemand würde mehr nach Hönau-Lindorf ziehen, worauf Grindel mit dem Satz konterte: "Sittensen ist nicht entvölkert."
Diskutiert wurde auch grundsätzlich über Sinn oder Unsinn der A22. Sie werde Arbeitsplätze vernichten, hieß es von einer Vertreterin der Hipstedter Bürgerinitiative "A22 nie - Hipstedt und umzu". Auch die Einwohner Hönau-Lindorfs zeigten sich teilweise skeptisch. Wenn es um die Verkehrsentlastung Bremervördes gehe, sei eine Nordumgehung sinnvoller, hieß es unter anderem.
Bremervördes Bürgermeister Eduard Gummich (CDU) räumte ein, dass die ursprüngliche Erwartung, wonach 10.000 Fahrzeuge am Tag weniger durch die Stadt fahren werden, mit der jetzigen Trasse nicht erreicht werde. Von 5.000 bis 6.000 Fahrzeugen sei in den Untersuchungen die Rede.
Der Raum Bremervörde werde durch die Autobahn jedoch wirtschaftlich enorm profitieren, meinten Grindel und Ehlen. Dass die Wirtschaft auch dieser Meinung sei, begründete der Bundestagsabgeordnete unter anderem mit der hohen Spendensumme für die A22-Planung. Der Mittelstand brauche die Autobahn, um existieren zu können und um Arbeitsplätze zu schaffen, argumentierte das CDU-Stadtratsmitglied Friedrich Michaelis.
Deutliche Worte richtete Landrat Luttmann an die Einwohner. Die gute wirtschaftliche Entwicklung, die der Landkreis Rotenburg seit 20 Jahren nehme, sei an Bremervörde vorbei gegangen. Infolge der rückläufigen Einwohnerzahl sei Bremervörde leider "Vorreiter" (Luttmann) im Landkreis bei der notwendigen Schließung von Grundschulen. "Ihre einzige Chance liegt in der Autobahn", sagte der Landrat, "das ist meine feste Überzeugung". Ohne sie werde es künftig kaum noch Betriebe und damit Arbeitsplätze geben.
Alle CDU-Politiker empfahlen den Einwohnern von Hönau-Lindorf, sich frühzeitig und intensiv mit der Autobahnplanung zu beschäftigen und ihre Meinung im beginnenden Raumordnungsverfahren zu äußern. Dabei sei es wichtig, ergänzte Luttmann, Einfluss auf die politischen Gremien zu nehmen. Ihre Stellungnahmen hätten erfahrungsgemäß mehr Gewicht als die einzelner Bürger.
Große Veränderungen wird es aber nicht mehr geben. Die Planer hätte die optimale Trasse nach objektiven Gesichtspunkten mathematisch genau festgelegt, sagte Grindel. Verschiebungen seien vermutlich nur noch über eine Distanz von 50 bis 100 Metern möglich, warnte Ehlen vor zu großen Erwartungen.
Im Jahr 2017 soll das 1,2 Milliarden teure Projekt fertig sein. "Vielleicht dauert es aber auch etwas länger", schloss der Minister nicht aus.

zurück


CDU Deutschland CDU/CSU Fraktion Deutschland CDU Niedersachsen CDU Fraktion Niedersachsen
CDU Kreisverband Rotenburg / Wümme CDU Kreisverband Heidekreis  
Heiner Ehlen Mechthild Ross-Luttmann Gudrun Pieper Lutz Winkelmann
Newsletter CDU.TV CDU-Mitgliedernetz  
© Reinhard Grindel MdB