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www.row-people.de vom 24.06.09

Geschichten aus Berlin

Reinhard Grindel, MdB im Interview zur Bundestagswahl

Kreisweit. Die Europawahl haben wir hinter uns, doch die nächste Wahl steht vor der Tür. Im kommenden September dürfen wir wieder für die Bundestagswahl unsere beiden Kreuzchen machen. Nachdem wir uns schon SPD-Mann Lars Klingbeil näher angeschaut haben hat sich nun auch sein Konkurrent und Mitglied des Bundestags Reinhard Grindel bereit erklärt, uns ein oder zwei Stunden seiner Zeit zu schenken. Wir trafen den Christdemokraten in seinem Wahlkreisbüro in Rotenburg.

ROW-People.de: Ihr Konkurrent Lars Klingbeil hat Sie bei unserem Interview vor ein paar Wochen zu einer Fahrgemeinschaft eingeladen, falls Sie beide in den Bundestag gewählt werden. Nehmen Sie an?
Reinhard Grindel: Ich fahre ja immer mit dem Zug und ich bin auch bisher manchmal mit meinem Kollegen von der SPD Joachim Stünker mit dem Zug gefahren. Ich habe sogar schon mal in Berlin, nach getaner Arbeit, ein Bier mit ihm getrunken. Eine Fahrgemeinschaft würde ich nicht empfehlen, weil mit dem Auto nach Berlin zu fahren in aller Regel viel länger dauert und nicht ganz so berechenbar ist.

ROW-People.de: Besitzen Sie denn eine zweite Wohnung in Berlin?
Reinhard Grindel: Nein, ich gebe zu, dass ich bisher in Berlin immer im Hotel lebe, da ich für Haushaltsarbeiten wie Aufräumen, Frühstück holen, wegen meiner Termine keine Zeit habe. Da ist es bequemer, im Hotel zu leben. Eine Wohnung in Berlin rentiert sich auch nicht so sehr, denn ein Bundestagsabgeordneter ist nur 20 Wochen im Jahr in Berlin. Die restliche Zeit verbringt er in seinem Wahlkreis vor Ort.

ROW-People.de: Lars Klingbeil ist ja auch sehr in den sozialen Netzwerken des Web 2.0 aktiv. Glauben Sie, das bringt ihm was?
Reinhard Grindel: Ich persönlich glaube, dass ich eine ganz informative Homepage habe und die werde ich auch in Hinblick auf die Bundestagswahl „relaunchen“, wie es ja auf Neudeutsch heißt. Auch werde ich zwei Filme über meine Wahlkreisarbeit und meine Arbeit in Berlin ins Internet stellen. Diese Filme werden wir auch sicherlich bei Youtube reinstellen. Twittern tu ich ausdrücklich nicht. Ich glaube, wenn jetzt Herr Obama twittert oder auch Frau Merkel, dass es dann vielleicht eine gewisse Berechtigung hat, weil es für die ein Weg ist, mit den Wählern Kontakt aufzunehmen. Ich halte das Twittern für einen Wahlkreisabgeordneten für albern, weil wir hier eine solche Nähe zu unseren Wählern haben, dass wir so etwas nicht brauchen. Vor Ort ist das persönliche Gespräch durch nichts zu ersetzen. Außerdem finde ich Twitterer für die Politik etwas zu Oberflächlich, da man, meiner Meinung nach, wichtige Inhalte nicht in 140 Zeichen erläutern kann.

ROW-People.de: Er sieht das Internet ja auch als eine Möglichkeit an junge Leute ranzukommen. Wie oft treffen Sie denn junge Leute bei Ihren Terminen?
Reinhard Grindel: Ich habe gerade vor den Sommerferien viele Diskussionen mit Schülern geführt, wo die ganzen Klassenarbeiten geschrieben und die Zeugnisse im kommen gewesen sind. Ich bin in fünf, sechs Realschulen, Gesamtschulen und Gymnasien gewesen. Die Junge Union plant auch eine ganze Menge Aktionen, wo ich auch nicht ausschließe, dass ich im Internet in Foren Diskussionen führen werde, aber ich lege halt großen Wert auf das direkte Gespräch mit dem Bürger, auch dem, der 16 oder 17 Jahre alt ist. Und wenn ich mir den Inhalt von Herrn Klingbeils Internetseiten ansehe, vermisse ich auch das politische. Da geht es mehr um Bayern München oder auf welche Rockkonzerte er geht.

ROW-People.de: Wissen Sie ob Ihr Sohn soziale Netzwerke nutzt?
Reinhard Grindel: Er benutzt SchülerVZ und ich habe auch mal mit ihm darüber gesprochen, aber er findet auch meine Linie ganz gut. Er sagt, da gibt es auch viel oberflächliches Zeugs und er findet es gut, dass auch mal jemand deutlich macht, Politik ist nicht so einfach und Politik erfordert eine gewisse Konzentration auf sachliche Inhalte.

ROW-People.de: Wie sind Sie zur Politik gekommen?
Reinhard Grindel: Als Schüler war ich Schulsprecher und habe mich danach in der Schüler-Union engagiert. Später dann, während des Studiums, auch in der CDU. Aber ich fand es dann spannender, mich etwas unabhängiger mit Politik zu beschäftigten und bin deshalb Journalist geworden. Das war 1988 bei Radio Schleswig-Holstein. 13 Jahre später, da war ich dann schon lange beim ZDF – hat mich der Bundestagsabgeordnete Charly von Hammerstein gefragt, ob ich seine Nachfolge antreten wolle. Die Chance, an herausgehobener Position wieder Politik mitgestalten zu können, wollte ich mir nicht entgehen lassen und habe mich deshalb um ein Bundestagsmandat beworben und bin dann ja auch gewählt worden.

ROW-People.de: Sie sind stellvertretendes Mitglied im Unterausschuss für Neue Medien. Was sind eigentlich „Neue Medien“?
Reinhard Grindel: In diesen Unterausschuss geht es vorwiegend um Themen wie Killerspiele, Google veröffentlicht Bücher, die nicht mehr ausgeliefert werden können, es geht um Urheberrecht, was ein sehr großes Thema ist oder inwieweit die öffentlich rechtlichen Sender ihre Internetangebote führen dürfen. Da finde ich, dass die öffentlich rechtlichen Sender das Internet umfassend nutzen müssen um auch die Gebührenzahler zu erreichen, die fast nur noch das Internet als Informationsquelle nutzen.

ROW-People.de: Was ist Ihre Meinung zu den so genannten Killerspielen?
Die Sache ist relativ einfach. Die entscheidende Frage ist: sinkt durch virtuelle oder reale Killerspiele – wie Paintball – die Hemmschwelle zur Gewalt oder nicht. Wenn man das wissenschaftlich nachweisen könnte, müssten wir als Politiker handeln. Ich habe deshalb dafür gesorgt, dass das jetzt vom Bundesinnenministerium von unabhängigen Experten untersucht wird. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen gilt es abzuwarten.

ROW-People.de: Sie haben für das BKA-Gesetz gestimmt, das auch Online-Durchsuchungen beinhaltet. Viele Ihrer Kollegen sehen in diesem Gesetz die Pressefreiheit in Gefahr. Sie nicht?
Das Internet ist der Hauptkommunikationsort von Terroristen. Die Polizei muss bei erheblichen Verdachtsmomenten die Kommunikation verfolgen können, um Anschläge zu verhindern. Wenn sich ein Islamist nur Journalist zu nennen bräuchte, um sich solcher Verfolgungsmaßnahmen durch die Polizei entziehen zu können, und Journalist ist ja keine geschützte Berufsbezeichnung, dann würde die polizeiliche Gefahrenabwehr völlig leer laufen. Gleichwohl sind bei Journalisten die Voraussetzungen für eine Online-Durchsuchung noch deutlich höher als bei „normalen“ Bürgern. Online-Durchsuchung muss immer von mehreren Richtern genehmigt werden. Die Pressefreiheit ist dadurch nicht in Gefahr.

ROW-People.de: Es gibt die These: “Junge Leute gehen eh nicht wählen.“ Was sagen Sie dazu?
Reinhard Grindel: Es ist heutzutage generell so, dass sich die Menschen später entscheiden, ob sie wählen und wen sie wählen und dass es den klassischen „Stammwähler“ in einer großen Zahl gar nicht mehr gibt. Der Politiker ist auch heutzutage eher in der Situation, dass er intensiv, gerade auch in der Endphase des Wahlkampfes, um einzelne Stimmen werben muss. Die Wahlbeteiligung bei Jungwählern ist nur wenige Prozentpunkte niedriger als beim Durchschnitt aller Wähler. Und wenn man sich ansieht, wie knapp die letzte Wahl ausgegangen ist, wäre es töricht zu sagen, dass man die Jungwähler vernachlässigen kann.

Auf seiner Webseite kann man sich näher mit Reinhard Grindel beschäftigen. Dort erfährt man näheres über seine Arbeit im Bundestag und im Wahlkreis. Bei seinem Profil im Abgeodnetenwatch kann man auch direkt auf öffentlichem Weg Fragen an ihn richten. Nach eigener Aussage ist Reinhard Grindel einer der aktivsten Abgeordneten, die dieses Netzwerk nutzen. (mr)

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