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Böhme-Zeitung vom 23.06.10

Entscheidung über Bau der Y-Trasse fällt erst 2015

Staatssekretär und Bahnsprecher warnen vor Verkehrsinfarkt – Kritik bleibt

vo Visselhövede. Wird die Y-Trasse gebaut oder nicht? Diese Frage beschäftigt die Menschen im südlichen Teil und im Westen des Heidekreises sowie im Kreis Rotenburg seit zwei Jahrzehnten. Auf eine Antwort müssen sie weiter warten. Die Entscheidung wird erst 2015 fallen. Das machte Dr. Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, am Montagabend den 150 Teilnehmern einer vom CDU-Bundestagsabgeordneten Reinhard Grindel initiierten Konferenz zu verkehrspolitischen Themen der Region in Visselhövede deutlich.

Nachdem es lange Zeit nicht vorankam, soll das Projekt nun planerisch vorangetrieben werden. Dafür stehen der Bahn 34 Millionen Euro zur Verfügung. 2011 soll das Planfeststellungsverfahren angeschoben werden, damit „wir 2015/2016 das Baurecht haben“. Das bedeutet aber noch nicht, dass auch gebaut wird. Sollte sich zeigen, dass die Y-Trasse dann nicht mehr erforderlich sei, könnten die Pläne nach Aussage des Bahnbevollmächtigten für Niedersachsen und Bremen, Ulrich Bischoping, sogar wieder zu den Akten gelegt werden.
Dazu wird es nach Überzeugung der Befürworter aber nicht kommen. An der Notwendigkeit der Y-Trasse bestehe kein Zweifel: Sonst drohe der allgemeine Verkehrsinfarkt, auch auf den Straßen. Die Eisenbahn-Schnellstrecke, die südlich an Walsrode und westlich an Visselhövede vorbei nördlich von Rotenburg in die Bahnlinie Bremen-Hamburg einfädeln soll, sei als Seehäfen-Hinterlandanbindung zur zügigen Ableitung des anschwellenden Container-Güterverkehrs aus Hamburg und nach Fertigstellung des Jadeports aus Wilhelmshaven unverzichtbar.
„Unsere Strecken sind pickepackevoll“, stößt die Bahn nach Aussage von Bischoping bereits jetzt an Grenzen. Spätestens zum Ende des Jahrzehnts seien alle vorhandenen Kapazitäten ausgereizt. 2020, spätestens 2022 müsse der Bau abgeschlossen sein.
„Sie kommt zu spät“, meinte dagegen Hermann Luttmann, der Landrat des Kreises Rotenburg: „Vor 2025 läuft nichts.“ Luttmann kritisierte die „wackeligen landesplanerische Feststellung“ und kündigte an, die Planung auf ihre Rechtmäßigkeit hin zu überprüfen.
Wie der Rotenburger Landrat kann auch Walsroder Bürgermeisterin Silke Lorenz der Trasse nichts abgewinnen, denkt aber pragmatisch: „Wir sagen nein zur Trasse. Aber wenn sie gebaut wird, wollen wir wenigstens einen Halt.“
In einem sind sich Gegner und Befürworter einig: Die Kosten für die Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke werden weit höher sein, als bisher veranschlagt. Das im Raum stehende Volumen von 1,3 Milliarden Euro nannte Luttmann „völlig irreal“. „Bei 1,3 Milliarden wird es nicht bleiben“, räumte auch Ferlemann ein, stellte aber klar: „Der Bund entscheidet allein, und nicht die Bahn.“ Am Ende werde es eine Kosten-Nutzen-Rechnung als Grundlage geben, aber eben erst in fünf Jahren.
Das könnte schon fast zu spät sein, fürchtet Reinhard Grindel. Der Politiker wies auf einen bisher wenig berücksichtigten Aspekt hin: Immer mehr Kompetenzen wanderten zur EU nach Brüssel, auch die Festlegung darüber, wie die europäischen Güter-Fernverkehre gelenkt werden.
„Schafft jetzt Klarheit“, lautete der unerfüllbare Wunsch von Friedrich-Otto Ripke. Der niedersächsische Landwirtschaftssekretär appellierte an die Kritiker, das Projekt im großen nationalen Rahmen zu sehen und „nicht länger mit der Raumordnung zu hadern.“

Thema brennt unter den Nägeln

Von Reinhard Vorwerk

Volle Hütte trotz direkter Konkurrenz durch die Fußballweltmeisterschaft. Reinhard Grindel hat mit der Ausrichtung der regionalen Verkehrskonferenz ein gutes Gespür bewiesen. Der sehr gute Besuch bei der CDU-Veranstaltung in Visselhövede, die meisten Anwesenden wären wohl potenziell voneinem Bau betroffen, macht deutlich, wie sehr das Thema Y-Trasse den Menschen entlang der vorgesehenen Trasse unter den Nägeln brennt. Wirklich Klarheit hat ihnen der Abend aber nicht gebracht. Sicher scheint bei dem umstrittenen Projekt nur eines zu sein: Es wird immer teurer und immer später fertig – möglicherweise zu spät.


Auf Initiative des CDU-Bundestagsabgeordneten Reinhard Grindel erläuterte Staatssekretär Enak Ferlemann den Planungsstand zur Y-Trasse. Der Rotenburger Landrat Hermann Luttmann lehnt das Projekt ab und kündigte Widerstand an.

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