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Walsroder Zeitung vom 02.02.12

Ein Hauch mehr Hoffnung in „vergessenen Dörfern“

BIMA-Chef beim Ortstermin in Osterheide / „Nochmal über die Karte beugen“ / Suche nach „flexiblen Lösungen“

Als „vergessene Dörfer“ gelten sie zwar nicht mehr, die Ortschaften Oerbke, Ostenholz und Wense (Gemeindefreier Bezirk Osterheide). Und doch gibt es immer noch reichlich Handlungsbedarf. Beim Rundgang in eisiger Kälte wirken Hinweise auf Wohnungen mit primitiven Heizöfen noch intensiver. Und auch die Vorstellung, dass manche Mieter jedes Fenster bejubeln, das nicht aus dem Gemäuer bricht, sorgt bei strengem Frost für Extra-Gänsehaut. „Das ist schon etwas anderes, wenn man sich das vor Ort anguckt“: Dr. Jürgen Gehb, Vorstandssprecher der BIMA (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben), zeigt sich beeindruckt. Dass er sich persönlich umsieht, weckt Hoffnung in Osterheide.

Osterheide (ei). Das Problem ist nicht die Kälte, die in Ohren und Nasenspitze beißt. Das Problem ist die Vielzahl von Interessen: Osterheide am und auf dem Truppenübungsplatz Bergen nimmt eine Sonderstellung ein. Fast alle Gebäude gehören dem Bund. Das Dilemma: Steuergelder müssen sparsam eingesetzt, militärische Belange berücksichtigt und gleichzeitig die Interessen der Bewohner gewahrt werden. Dieser Spagat ist jahrzehntelang nicht gelungen. Der Zustand vieler Gebäude ist schlecht, Leerstand und Infrastruktur bereiten Sorgen.
Erst seit einigen Jahren werden die „vergessenen Dörfer“ wahrgenommen. Über Umwege, viel Engagement des Landkreises, endlose Verhandlungen und so etwas wie bundesrepublikanische Einsicht gelang der Start einer besonderen Arte der „Dorferneuerung“.
So bekommt Dr. Jürgen Gehb das sanierte „Zielobjekt Hauptstraße 11“ in Ostenholz zu sehen, die Verschalung an der Kirche weist auf Verschönerungsarbeiten hin, manche Fassade ist frisch gestrichen, der Kindergarten modernisiert. „Das wäre ein Jammer, wenn das alles vor die Hunde ginge“, sagt der BIMA-Chef in die Runde.
Seit Jahrzehnten kämpft die Einwohnervertretung, die längst nicht die Befugnisse von Gemeinderäten hat, für menschenwürdige Zustände. Auch beim Rundgang mit Dr. Gehb, dem CDU-Bundestagsabgeordneten Reinhard Grindel als Gastgeber sowie Spitzenvertretern von Gemeinde und Landkreis wird der Vorsitzende der Vertretung, Seeben Arjes, nicht müde, Missstände anzusprechen. Man wolle ja nicht nur Kritik üben, auch Vorschläge machen. Aber es liege eben auch vieles noch im Argen.
Natürlich könne er die Schwerkraft nicht außer Kraft setzen, lässt Dr. Gehb anklingen. Aber er sagt auch dies: „Das haben wir immer so gemacht, das haben wir nie so gemacht – solche Sätze kann ich nicht hören.“ Vor allem die Erklärungen zu privaten und bundeseigenen Gebäuden, die direkt nebeneinander stehen und so eine Zickzack-Grenze in Sachen Emissionsschutz bilden, quittiert er mit Kopfschütteln. „Da muss man sich wohl nochmal über die Karte beugen“, regt MdB Grindel an. Und auch der BIMA-Chef findet, da müsse man „mal im Einzelfall gucken“.
„Die Menschen warten auf Signale“, macht Grindel klar. Es geht nicht nur darum, schützenswerte Kleinode zu retten. Wer Dörfer mit jungen Familien lebensfähig halten will, muss auch Perspektiven bieten. Dazu gehört Infrastruktur und die Aussicht, in Wohneigentum investieren zu können. Zumal „Banken eher zurückhaltend sind“, erklärt die Erste Kreisrätin Helma Spöring mit Hinweis auf „fehlende Sicherheiten“, weil Banken nicht ins Grundbuch eingetragen werden können.
BIMA-Chef Gehb nimmt sich Zeit, blickt sich um, hört Erläuterungen zu. Versprechen könne er nichts. „Aber ich habe gesehen, dass hier nicht nur verrückte Individualisten herumlaufen.“ Dass es „schöne Ecken“ gibt und „flexible Lösungen“ denkbar seien. So kommt nach dem Besuch nicht nur eine Hauch mehr Hoffnung auf – es wird auch etwas wärmer ums Herz an diesem eiskalten Tag in den „vergessenen Dörfern“.


„So sieht’s hier aus“: (von links) Seeben Arjes, Vorsitzender der Einwohnervertretung, Dr. Jürgen Gehb, Vorstandssprecher der BIMA, und MdB Reinhard Grindel beim Ortstermin in Osterheide.

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